In "Zwölf Stunden sind kein Tag" lässt sich der junge Autor Boris Fust über Praktika, Medien und Musik aus. Ein Interview

ZEIT Campus: Herr Fust, Ihr Erstlingswerk ist ein Roman über die Generation Praktikum.

Boris Fust: Mein Verlag nennt ihn gern so, ja. Aber eigentlich kann ich Generationsromane nicht ausstehen.

ZEIT Campus: Sie haben sich also nicht an den Schreibtisch gesetzt, um das Wesen der Praktikanten von heute zu erfassen?

Fust: Ich wollte einfach ein Buch schreiben, wegen Geld, Ruhm und alldem (lacht). Und ich kann nur über das schreiben, was ich kenne. Ich hatte weder eine schwierige Kindheit, noch war ich im Krieg. Was ich beschreiben kann, ist, wie sich einer verliebt oder sich die Zähne putzt.

ZEIT Campus: Die Frage, was das Wesen dieser Generation ausmacht, erübrigt sich dann wohl.

Fust: Ich würde eher sagen, wir haben es mit einer Nicht-Generation zu tun. Wir befinden uns ja in einem Entsolidarisierungsprozess, wie soll daraus überhaupt etwas Zusammenhängendes entstehen? Das Einzige, was alle prägt, ist das Ende der Arbeit.

ZEIT Campus: Damit hat auch Ihre Hauptfigur zu kämpfen, der ewige Praktikant Arne.