1. Die Kaffee-Falle

Man startet höchst motiviert, will zeigen, was man alles draufhat – und holt dann doch nur wieder die Brötchen vom Bäcker, erledigt Botengänge oder kocht Kaffee. "Grundsätzlich ist gegen die ein oder andere solche Beschäftigung nichts einzuwenden, solange es nicht die vorherrschende Tätigkeit ist", sagt Bettina König von fairwork, einem Zusammenschluss von Hochschulabsolventen, der für faire Bedingungen im Praktikum eintritt. Auch die fest angestellten Mitarbeiter müssen schließlich unliebsame Aufgaben erledigen – und wenn der Praktikant anbietet, ihnen diese Last abzunehmen, werden sie ihm das positiv anrechnen. Gerade in der ersten Woche sollte man den Botengang nicht als Missachtung der eigenen Fähigkeiten auffassen – da wissen die Kollegen den neuen Praktikanten oft noch nicht einzuschätzen. Durch erfolgreich bewältigte kleine Aufgaben kann man sich aber schnell von der Kaffeemaschine emanzipieren. Nehmen Hilfsarbeiten jedoch dauerhaft überhand, sollte man sich an den Betreuer im Betrieb wenden.

2. Die Stress-Falle

Denkbar ist auch das andere Extrem: Der eine Kollege bringt diese, der andere jene Aufgabe. Hier gilt es, auch mal Nein zu sagen. Das wird einem keiner übel nehmen, zeigt es doch, dass man seine Kräfte realistisch einschätzen kann. Als Praktikant ist man immerhin zum Lernen da – und muss sich nicht schämen, wenn man mit dem Tempo der Kollegen nicht in allen Fällen mithalten kann.

3. Die Timing-Falle

Nur der Chef selbst kann helfen? Aber er rennt hektisch durchs Büro und zieht die Mundwinkel in einem schwungvollen Halbrund nach unten? Eindeutig: ein schlechter Zeitpunkt für ein Gespräch. Praktikanten sollten rasch den Arbeitsrhythmus rausfinden und nicht ankommen, wenn es gerade total unpassend ist. Es gibt meist feste Zeiten für Konferenzen und Besprechungen. Kurz davor ist immer ein schlechter Zeitpunkt für Vieraugengespräche. Außerdem sollte man sich fragen, ob es wirklich der Chef sein muss, den man anspricht. Wenn ja: Bei absehbaren Themen frühzeitig einen Termin besorgen.

4. Die Läster-Falle

Der Arbeitsplatz ist ein Mikrokosmos, an dem nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert, gelacht und gelästert wird. Lästern schweißt die Beteiligten zusammen, wer als Praktikant mitmacht, fühlt sich schnell als Teil der Gemeinschaft. Solange man aber nicht hinter das meist sehr komplexe Beziehungsgeflecht im Betrieb blickt, ist Zurückhaltung besser. Im schlimmsten Fall fällt ein böses Wort auf den Praktikanten zurück.