Ich will abnehmen. Ich habe Schokolade und Kekse aus meiner Wohnung verbannt. Ich darf nicht so viel in mich hineinstopfen, mein Körper verträgt das nicht mehr. Ich muss jetzt vorsorgen. Natürlich könnte ich auch widerstehen. Ich könnte stark sein und ohne Süßes auskommen, obwohl ich es im Haus habe. Aber ich bin schwach. Und es fällt mir viel leichter, auf Schokolade zu verzichten, wenn ich extra in den Laden gehen muss, um an welche zu kommen.

Im Grunde läuft es mit meiner Ernährung genauso wie mit der Altersvorsorge. Ich will darauf achten, tue es aber nicht. Ich will weniger Kilos und ein dickeres Bankkonto haben. Beides gelingt mir nicht.

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Der amerikanische Ökonom Richard Thaler hat einen Plan ersonnen, der mit der Trägheit der Menschen rechnet. Private Altersvorsorge müsste für jeden verpflichtend sein. Alle wären dabei – könnten aber austreten, wenn sie sich aktiv darum bemühen. Thaler nennt das "libertinären Paternalismus". Studien zeigen, dass 65 Prozent der Bürger fürs Alter sparen, wenn sie sich freiwillig darum kümmern müssen – aber 95 Prozent sparen würden, wenn sie bewusst austreten müssten. Dank der Faulheit wäre das Altersvorsorgeproblem gelöst.

Nur fürs Abnehmen hat Richard Thaler keine Lösung. Angeblich steht er selbst total auf Schokopudding.

"Mister Moneypenny" heißt eigentlich Marc Brost. Der 38-Jährige ist Wirtschaftskorrespondent der ZEIT. Für ZEIT CAMPUS beleuchtet er, warum wir in Sachen Wirtschaft so irrational handeln