Wo steht eigentlich, was man darf und was nicht?

Im Idealfall sagt einem das der Betreuer der wissenschaftlichen Arbeit. Tut er das nicht, muss man sich selbst informieren. An jeder Uni gibt es Satzungen, in denen die korrekten Arbeitsweisen festgelegt sind; oft auf der Internetseite oder beim Promotionsbüro. Die bestimmen zum Beispiel, was zu einer Veröffentlichung gehört, wie Daten aufbewahrt werden sollten – und was man bei Fehlverhalten tun kann. "Die meisten Studenten wissen gar nicht, dass es solche Satzungen überhaupt gibt – und müssen es dann hinnehmen, wenn jemand sagt, das werde schon immer so gemacht", sagt die Ulmer Forschungsethikerin Gerlinde Sponholz. Zusammen mit dem Ombudsgremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat sie ein "Curriculum für gute wissenschaftliche Praxis" entwickelt. In Seminaren sollen zunächst nur Studenten naturwissenschaftlicher Fächer die Spielregeln guter Forschung lernen, bald soll ein Curriculum für die Geistes- und Sozialwissenschaften folgen. Hochschulen können den Lehrplan ab sofort übernehmen, sind dazu aber nicht verpflichtet. Die Seminare müssen sich also erst etablieren. So lange gilt: Selber informieren!

Ich habe den Verdacht, dass mein Prof fälscht. Was soll ich machen?

Zunächst Klarheit verschaffen. Gibt es handfeste Hinweise? Oder war es nur ein Gerücht? Bei Widersprüchen den Betroffenen ansprechen (nachfragen, nicht verdächtigen!) – in den meisten Fällen klärt sich alles auf. Wird das Gespräch verweigert oder erhärtet sich der Verdacht, lässt man sich am besten von einem außenstehenden Wissenschaftler beraten. An jeder Uni gibt es dafür einen sogenannten Ombudsmann, an den man sich vertraulich wenden kann. Er unternimmt nichts ohne das Einverständnis des Ratsuchenden und kann auch bei Konflikten vermitteln.

Mein Institutsleiter will, dass ich seinen Namen als Autor mit auf meine Arbeit schreibe. Muss ich das?

Nein, es sei denn, er hat einen inhaltlichen Beitrag zur Fragestellung oder zum Manuskript geleistet. Eine Abteilung zu leiten oder Gelder einzuwerben reicht dafür nicht aus.

Wie kann ich verhindern, dass mich jemand unter Druck setzen kann, etwas Falsches zu tun?