Gibt es eine Definition?

Plagiat ist geistiger Diebstahl. Schuldig macht sich, wer sich als Autor eines fremden Textes ausgibt und fremde Gedankengänge oder Argumente als die eigenen verkauft. Die Konsequenzen für Studenten waren bisher vor allem schlechte Noten, in Baden-Württemberg wird bei Hausarbeitsplagiaten aber inzwischen exmatrikuliert. Und an der Uni Münster drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Was ist, wenn ich ein Argument übernehme, aber umformuliere?

Auch das ist schon ein Plagiat: Nicht nur wortgetreue Kopien einzelner Textauszüge zählen dazu, sondern auch Umformulierungen, Übersetzungen, Nacherzählungen sowie die bloße Übernahme von Argumenten.

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Ab wann gilt ein Satz dann als eigener neuer Gedanke?

Es gibt leider keine eindeutige Regel. Sogar Goethe soll sich woanders bedient haben. Johannes Daniel Falk schrieb: "Die Vögelein schlafen im Walde; / Warte nur! balde, balde / Schläfst auch du!". Goethe: "Die Vögelein schweigen im Walde. / Warte nur, balde / Ruhest du auch." Ein Plagiat? Die Experten streiten.

Wie gehe ich sicher, dass ich nicht aus Versehen ein Plagiat schreibe?

Alles, was in einer Seminararbeit nicht von einem selbst ist, muss mit einem Hinweis versehen sein. Wer in seinen ureigenen Worten erklärt, wie die Schweigespirale funktioniert, verweist also am Ende des Absatzes trotzdem auf Elisabeth Noelle-Neumann . Das Nennen der Quelle ist wissenschaftliches Handwerk. Wer dagegen verstößt, verletzt die akademische Ehre – rechtlich belangt werden kann er nicht.

Hier gibt’s Infos und Zitiertipps:

www.wissenschaftliches-arbeiten.org
plagiat.htw-berlin.de