Von: Justus. Betreff: Frauen wollen nicht Chef sein

Sollen Frauen, die gar keine Lust dazu haben, in den Chefsessel gezwungen werden? Sonja Bischoff, die Hamburger Wirtschaftswissenschaftlerin, hat dazu junge Chefinnen befragt: Nur ein Fünftel von ihnen sah am Anfang ihrer Karriere den Chefposten als Ziel, bei den Männern waren es zwei Fünftel. Unter Studenten wollen 61 Prozent der Männer später Chef sein, aber nur 52 Prozent der Frauen. Die amerikanische Psychologin Susan Pinker schreibt in ihrem Buch Das Geschlechterparadox sogar, dass den meisten Frauen der Chefsessel gar nicht wichtig ist. Sie argumentiert: Männer hätten Testosteron, das mache sie aggressiv und abenteuerlustig. Frauen hätten das Hormon Oxytozin, das gebe ihnen Mitgefühl und Sozialkompetenz.

Von: Inge. Re: Frauen wollen nicht Chef sein

Unterschiede zwischen Männern und Frauen ausschließlich biologisch zu erklären ist gerade sehr populär, ich weiß. Daneben gibt es aber noch die verhaltenspsychologische Sichtweise, nach der geschlechtsspezifische Verhaltensweisen nur anerzogen sind.

Von: Justus. Re: Re: Frauen wollen nicht Chef sein

Frauen wollen Alphamänner.
Justus Bender

Egal, wie man es erklärt: Frauen sind weniger machtgeil als Männer, auch in der Politik. Nur 31 Prozent der SPD-Mitglieder sind Frauen, in der CDU sind es sogar nur 25 Prozent. Kein Wunder, dass der Bundestag nur zu einem Drittel aus Frauen besteht, wenn die Parteien keine Frauen haben, die sie aufstellen können. Elke Ferner, die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, hat mir erklärt: "Frauen sind selbstkritischer, sie überlegen oft dreimal, ob sie für ein Mandat kandidieren sollen." Warum also sollten wir Männer euch den Vortritt lassen? Männer haben den Hierarchiekampf nicht nur erfunden, sie führen ihn untereinander auch am aggressivsten. Wenn du sagst, dass du die männliche Arbeitswelt zu hart findest, kann ich nur sagen: Willkommen, ich auch! Für mich gelten die gleichen Bedingungen.

Von: Inge. Re: Re: Re: Frauen wollen nicht Chef sein

Warum müssen wir dieses Neandertalerprinzip dann beibehalten?

Von: Justus. Re: Re: Re: Re: Frauen wollen nicht Chef sein

Ich glaube, Konkurrenz motiviert Männer, mich ja auch. Vielleicht ist das Teil des Problems. Ein Mann, der Karriere macht, ist unter seinen Kumpeln der Größte. Eine Frau, die Karriere macht, kriegt von ihren Freundinnen gesagt: Du hast nie Zeit für uns! Wir Männer leiden auch unter dem Druck, aber wir haben uns damit abgefunden. Es gibt eben keine Karriere light. Es braucht Hunderte Männer, die es versuchen, bis einer von ihnen Chef wird, alle anderen scheitern auf dem Weg.

Von: Inge. Betreff: Männer machen sich selbst unglücklich

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Mit eurem Erfolgswahn macht ihr Männer euch doch selbst unglücklich. Frauen wollen ihre Freizeit, ihre Partnerschaft und ihre Familie nicht völlig der Karriere opfern, das belegt die aktuelle Brigitte- Studie. Ich muss dir ja nicht die Klischeegeschichte vom Chef erzählen, der am Ende seines Lebens plötzlich feststellt, dass er selbiges verpasst hat, weil er nur gearbeitet hat. Die Moral am Ende lautet immer: "Ach, hätte ich doch mehr Zeit mit meiner Familie verbracht!" Männern ginge es viel besser, wenn sie aufhören würden, sich allein über Erfolg zu definieren!

Von: Justus. Betreff: Weicheier kriegen keine Frau

Ein Mann, der keinen Erfolg hat, kriegt aber keine Frau ab.

Von: Inge. Re: Weicheier kriegen keine Frau

Justus, das ist doch völliger Quatsch.

Von: Justus. Re: Re: Weicheier kriegen keine Frau

Inge, was Frauen von Männern erwarten, grenzt an Schizophrenie: In der Öffentlichkeit fordern sie den modernen Mann, der weniger arbeitet, um bei den Kindern zu sein, der zurücksteckt, wenn eine Kollegin an seiner Stelle befördert wird. Aber privat suchen Frauen nach Männern, die das genaue Gegenteil davon sind. Frauen suchen Alphamänner. Männer mit Bildung. Mit Erfolg im Beruf. Mit Ehrgeiz und Leistungswillen. Mit Status und Geld. Sie suchen im Privaten genau die Männer, die sie in der Öffentlichkeit verteufeln. "Entscheidet sich der Mann, ein Familien-Mann zu sein, verliert er gegenüber Frauen an Status und Attraktivität. Stellt er Karriere über alles, ist er attraktiver, wird aber als rückständig kritisiert", hat Stefan Woinoff gesagt.