ZEIT CAMPUS: Frau Heidepriem, Frau Glaubitz, haben Ihre Eltern Ihnen denn nie gesagt: Mit Essen spielt man nicht?

Maria Heidepriem/Judith Glaubitz: Doch, aber Spaß bringt es trotzdem! Hat nicht jeder als Kind manchmal Kartoffelbrei-Berge mit Soßen-Seen gebaut? Uns geht es aber weniger ums Spielen als ums Forschen.

ZEIT CAMPUS: Und was genau erforschen Sie?

Heidepriem/Glaubitz: Wir wollen Mensaessen zeigen, wie man es sonst nicht kennt, nämlich als Summe seiner Einzelteile. So sieht man auf einmal, woraus unser Essen wirklich besteht.

ZEIT CAMPUS: Was ist Ihnen dabei aufgefallen?

Heidepriem/Glaubitz: Das Mensaessen ist in den letzten Jahren besser und vielfältiger geworden. Brei mit Soße war einmal. Je bunter ein Essen ist, desto gesünder ist es auch. Es besitzt sogar eine gewisse Schönheit.

ZEIT CAMPUS: Worin besteht die Schönheit eines Salatblatts?

Heidepriem/Glaubitz: In seiner Einzigartigkeit. Das sieht man zum Beispiel an den wunderbar feinen Formen und Farbnuancen. So viel Individualität vermutet man zunächst gar nicht bei den Standardessen der Mensa.

ZEIT CAMPUS: Wie sind Sie bei Ihrer Arbeit vorgegangen?

Heidepriem/Glaubitz: Jedes Essen wurde gewaschen, gesiebt, getrocknet und dann sortiert. Das dauerte ungefähr drei Stunden.