Wie steigt man ein?

Nach dem Studium und der Promotion folgt die Postdoc-Phase, in der man lehrt, forscht und möglichst mit Publikationen in akademischen Fachzeitschriften auf sich aufmerksam macht. Der nächste Schritt auf dem Weg zur Professur ist gewöhnlich die Habilitation. In manchen Fächern zählt auch die Praxis: In den Ingenieurwissenschaften etwa komme es auch auf Erfahrungen in Forschung und Entwicklung in Unternehmen an, sagt Susanne Schilden von der Hochschulrektorenkonferenz.

Wer sind die Arbeitgeber?

Neben Universitäten und Fachhochschulen gibt es wissenschaftliche Einrichtungen wie die Max-Planck-Institute, die Fraunhofer-Institute und die Helmholtz-Zentren. In den 80 Instituten und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft arbeiten etwa 20.000 Menschen, bei der Fraunhofer-Gesellschaft rund 18.000 und in den 17 Helmholtz-Zentren um die 31.000.

Die Max-Planck-Institute konzentrieren sich vor allem auf Grundlagenforschung . Dazu laden sie die besten Wissenschaftler der Welt an ihre Institute ein und lassen ihnen viel Freiheit bei der Arbeit. Die Fraunhofer-Institute forschen anwendungsorientiert – die Mitarbeiter entwickeln in erster Linie technische Erfindungen, die man praktisch nutzen kann. Dabei kommt der Impuls oft nicht von den Wissenschaftlern selbst, sondern von Unternehmen. So finanziert sich die Fraunhofer-Gesellschaft zu zwei Dritteln über solche Aufträge selbst, zu einem Drittel wird sie öffentlich gefördert. Und die Helmholtz-Gemeinschaft versteht sich als Einrichtung, die im Dienst der Gesellschaft neue Erkenntnisse ermöglicht, etwa bei Gesundheit, Klimaforschung oder Astrophysik. Die Helmholtz-Zentren haben mehr Geld zur Verfügung als die Universitäten. So können sie sehr aufwendige Untersuchungen angehen – in Langzeitstudien mehr über Krebs herausfinden oder einen Ionenbeschleuniger entwickeln, der erst nach zehn Jahren Vorbereitung in Betrieb geht.

In den Fraunhofer-Instituten und den Helmholtz-Zentren arbeiten fast ausschließlich Ingenieure und Naturwissenschaftler. Auch bei der Max-Planck-Gesellschaft sind Geisteswissenschaftler eher Exoten, einige Nischen gibt es aber für sie, zum Beispiel am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale. Besser vertreten sind Geisteswissenschaftler bei den Akademien der Wissenschaften.

Für Absolventen bieten sowohl die Forschungseinrichtungen als auch Unternehmen Promotionsstellen an. Wer sich dafür interessiert, muss sich entscheiden: Will ich aus Leidenschaft über mein Lieblingsthema schreiben? Dann wäre eine Stelle an einem Max-Planck-Institut oder Helmholtz-Zentrum ideal – hier werden allerdings nur wenige nach der Promotion weiterbeschäftigt. Oder will ich eine gesicherte Zukunft? Dann eignet sich eine Stelle bei einem Unternehmen. Hier bekommen Doktoranden zwar ein Thema vorgegeben, haben dafür aber gute Chancen auf eine Festanstellung.