Cajus Julius Caesar ist ein Karrieretyp. Der studierte Förster sitzt für die CDU im Deutschen Bundestag. Na gut, es handelt sich nicht um denselben Iulius Caesar, der vor mehr als 2.000 Jahren über das Römische Reich herrschte – aber vielleicht war es für den deutschen Staatsdiener hilfreich, dass er den gleichen Namen wie der römische Staatsmann hat, wenn auch in anderer Schreibweise. Denn für die Laufbahn kann der Name manchmal wichtiger sein als Studiengang oder Kontakte, glauben Namensforscher.

Das Karrierenetzwerk LinkedIn hat die Vornamen seiner deutschen Mitglieder ausgewertet und festgestellt, dass viele Geschäftsführer Wolfgang, Christoph oder Michael heißen. Diese Namen sind offenbar karrieretauglich. Absolut ungeeignet sind laut einer Studie der Uni Oldenburg die Namen Kevin, Justin, Chantal oder Mandy. Diese Kinder werden von ihren Lehrern oft als dümmer eingeschätzt. Später wirkt sich das auch auf ihre Jobchancen aus.

»Menschen können ihren Namen ändern lassen, wenn sie dadurch Nachteile haben«, sagt Gabriele Rodriguez vom Namenkundlichen Zentrum der Uni Leipzig. Daimler-Vorstand Wolfgang Ayerle etwa, der sich allen Ernstes in Wolfgang Bernhard umbenannte, weil das auf Englisch besser klingt. Amerikanische Bosse haben übrigens meist kurze Namen, so die LinkedIn-Studie, sie heißen Peter, Jack oder Bruce. Wobei Namen von Chefs im Schnitt vier Buchstaben hatten, die von Ingenieuren und Gastronomen sechs Buchstaben. Vielleicht hat dies Frank-Walter Steinmeier dazu bewogen, im letzten Wahlkampf seinen Namen zu kürzen. Damals nannte er sich plötzlich nur noch Frank. Fünf Buchstaben. Wie ein echter Bruce.