Die Anpirsch-Strategie

»Die wichtigste Regel lautet: Karriere passiert nicht – Karriere wird gemacht. Sie wollen sich nicht die Ränge hochdienen, sondern eine Blitzlaufbahn im Großunternehmen hinlegen? Dann bewegen Sie sich im Zentrum der Macht! Derjenige, der sich in der Konzernzentrale aufhält, ist näher an denen, die für sein Weiterkommen wichtig sind – Auslandsaufenthalte sind da oft von Nachteil. Oft werden deshalb Konkurrenten um wichtige Positionen regelrecht ins Ausland ›weggelobt‹. Verstoßen Sie intelligent gegen Regeln und etablierte Konventionen. Wenn Sie einen Großauftrag aus dem Verkaufsgebiet Ihres Konkurrenten bringen, wird sich die Kritik an Ihnen in Grenzen halten. Sichern Sie sich dabei aber richtig ab. Seien Sie gut im Umgang mit Menschen. Im Vorteil ist, wer ein Gespür für die Interessen und Ängste anderer mitbringt. Wenn nicht: Das lässt sich erlernen. Stellen Sie sich immer wieder Fragen, wie etwa: ›Warum macht der Kollege X jetzt dieses und jenes? Wie hat Kollegin Y dies erreicht? Worauf reagiert ein anderer Kollege allergisch? Auf welche Themen spricht sie oder er an?‹ Diese Analyse sollte zur Gewohnheit werden. Sie liefert wichtige Erkenntnisse.«

Wolfgang Schur/Günter Weick: »Wahnsinnskarriere. Wie Karrieremacher tricksen, was sie opfern, wie sie aufsteigen«; Stark; 237 Seiten, 16,95 Euro

Die Big-Boss-Strategie

»Wenn Frauen zum ersten Mal außerhalb ihres Studienumfelds eine Leitungsrolle übernehmen, dann verwirrt es viele, wenn sie in Besprechungen mit Sachlichkeit bei beteiligten Männern kaum Gehör bekommen. Für viele Männer im Raum hätte nämlich erst einmal die Rangordnung geklärt werden müssen. Viele Frauen finden es albern, ihre Chefinnenrolle heraushängen zu lassen. Aber für ihr sachliches Verhalten werden kompetente Frauen dann regelmäßig von den männlichen Kollegen am Tisch mit Putschversuchen und Störungen bestraft. Unter Frauen kann man sich hinterher über solche Spielchen lustig machen. Tatsächlich hat man aber politisch verloren, womöglich für lange Zeit. Stattdessen hätte frau vielleicht ganz bewusst ein Arroganz-Tool auspacken sollen. Als Lebenshaltung ist Arroganz ziemlich öde. Als gezielt eingesetztes Werkzeug im Konflikt mit Männern in Uni, Wirtschaft, Politik kann sie einer Frau viel mehr Respekt einbringen als nur gute Leistung. Ein bisschen unfein vielleicht. Aber oft wirksam bei Männern.«

Peter Modler: »Das Arroganz-Prinzip: So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf«; Krüger Verlag; 240 Seiten, 16,95 Euro