Da geht's lang! Festivals für jeden Typ

Für Stadtkinder

Festivals in der Stadt sind eine feine Sache: bequem mit Bus oder Fahrrad anreisen und abends zurück ins Hostel oder sogar ins eigene Bett. Beim Berlin Festival (9. und 10. September) bebt der Flughafen Tempelhof mit Suede und Mogwai. In Freiburg gibt es beim Zelt-Musik-Festival (29. Juni bis 17. Juli) jeden Abend ein anderes Konzert: mal Pop, mal Rock, mal Funk, mal Jazz. Auch Hannover macht mit bei den Stadtfestivals – offenbar mit Erfolg: Das BootBooHook (19. bis 21. August) auf dem Gelände einer früheren Bettfedernfabrik dauert in diesem Jahr erstmals drei Tage.

Für Leisetreter

Laut und dreckig, so muss es sein, das Festivalleben – oder? Beim Chiemsee Reggae Summer (26. bis 28. August) startete im vergangenen Jahr ein Gegenexperiment: ein ruhiger und sauberer Campingplatz. Wer im »Grüner wohnen«-Bereich sein Zelt aufstellt, lässt nicht die ganze Nacht die Boxen dröhnen und schmeißt leere Raviolidosen nicht einfach über die Schulter. Das Konzept des »Green Campings« übernehmen nun auch die Alternative-Rock-Festivals Southside bei Tuttlingen und Hurricane in Scheeßel (beide: 17. bis 19. Juni). Der Zugang zu diesen speziellen Campingbereichen ist kostenlos, allerdings muss man sich vorab im Internet anmelden. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss auf den »normalen« Zeltplatz. Ebenfalls in laut und leise teilt das Elektrofestival SonneMondSterne (12. bis 14. August) in Saalburg seine Camper ein.

Für Weltbürger

Eine riesige, von einem orangefarbenen Zeltdach überspannte Bühne dominiert vom 30. Juni bis zum 3. Juli das Festivalgelände im dänischen Roskilde . Hier treffen sich Engländer, Nordlichter und einige Deutsche. Tausende unbezahlte Helfer sorgen für das orange feeling – eine Stimmung irgendwo zwischen Rock n’ Roll und Gutmenschentum. Wer das erleben will, muss tief in die Tasche greifen: Rund 230 Euro kostet der Festivalpass. Dafür gibt es Musik querbeet auf sieben Bühnen. Headliner sind die Arctic Monkeys, The Strokes und Iron Maiden. Daneben locken Kino und Badesee.

Für Naturfreunde

Wem die Location genauso wichtig ist wie die Musik, der ist auf dem Taubertal-Festival (12. bis 14. August) richtig. Die Bühne steht zwischen bewaldeten Hügeln und Flussbett, im Hintergrund das mittelalterliche Städtchen Rothenburg. In dieser Landschaftsidylle gibts Musik von den Fantastischen Vier und Iggy Pop. Spektakulär: das Freiluftmuseum Ferropolis für Braunkohletagebau in Gräfenhainichen. Dort feiern zwischen gigantischen Baggern auf einer Halbinsel inmitten eines künstlichen Sees vom 8. bis 10. Juli Hip-Hopper beim Splash und vom 15. bis 17. Juli Indierocker beim Melt .

Für Pleitegeier

Ein Festival muss nicht teuer sein. Der Eintritt bei Olgas-Rock (12. und 13. August) in Oberhausen ist frei, genauso wie beim Wutzrock in Hamburg (26. bis 28. August). Eines der größten Umsonst-Festivals findet am 2. Juli in Bonn statt: Bei Rheinkultur stehen Dick Brave, The Subways und Blumentopf vor Zehntausenden auf der Bühne. Wo weitere Bands für lau spielen, erfährt man auf free-festivals.de . Auch das Fest auf einem Parkhügel in Karlsruhe ist ein günstiges Vergnügen. Für je 5,50 Euro Tageseintritt spielen vom 22. bis 24. Juli etwa Bad Religion und Wir sind Helden.

Für Sitzenbleiber

Festivalfeeling auf dem Sofa? Klar, mit ein paar Bier und der Dokumentation Full Metal Village der koreanischen Regisseurin Sung-Hyung Cho. Die hat 2005 und 2006 auf dem Heavy-Metal-Festival im norddeutschen Provinznest Wacken gedreht. Einfach herrlich, wie die Lederwestenträger den Dorfladen stürmen und der Kuhbauer in der grölenden Langhaarmenge steht. Wer die Doku in echt erleben will, muss vom 4. bis 6. August nach Wacken fahren. Dort sind auch die Polaroids auf diesen Seiten entstanden.