Beruf - Karriere-Starter: Die ersten Tage im neuen Job Wie Jobanfänger die ersten Tage überstehen, erklärt Managementtrainerin Marion Knaths.

Jedenfalls nie Gemüsesticks mit Dip. Das Dipnäpfchen wird zum Fettnäpfchen, wenn einer seine angebissene Möhre noch einmal hineintunkt, und eine Ekelparty will keiner. Aber sonst? Ist es wirklich so wichtig, ob man Nuss- oder Obstkuchen mitbringt und ob Wurst oder Käse auf den Brötchen liegt? Eigentlich ist das doch egal, sagt der gesunde Menschenverstand. Trotzdem zerbricht man sich schon Tage vorher den Kopf über kulinarische Details. Warum bloß?

Der Einstand ist eine Stresssituation: Man kennt die sozialen Regeln des Umfeldes noch nicht so genau, und wo man sich bisher ganz gut im Team verstecken konnte, sind jetzt alle Augen auf einen gerichtet.

Wer Angst hat, vor allen etwas falsch zu machen, versucht also, das Ganze perfekt durchzuplanen. Das ist verständlich, denn es steht ja wirklich etwas auf dem Spiel. Studien zeigen, dass der erste Eindruck sich auf alle nachgelagerten Bewertungen auswirkt. Eine Selffulfilling Prophecy kommt in Gang. Schafft man es, gleich zu Beginn eine positive Grundstimmung zu erzeugen, wird man auch künftig mit Wohlwollen betrachtet. Das erleichtert es, sich tatsächlich zu bewähren. Umgekehrt funktioniert der Mechanismus leider auch.

Die gute Nachricht ist, dass Essen bei den allermeisten schon dann Sympathie schafft, wenn es ein einfaches Kriterium erfüllt: Es muss sinnlich sein. Aus psychologischer Sicht soll der Einstand bei den Kollegen positive Empfindungen hervorrufen und die mit der eigenen Person verbinden. Das macht man meist automatisch richtig. Kaum einer wird Salatblätter servieren, einen Schokokuchen dagegen schon. Dieser saftig-süße Kuchen macht die Kollegen glücklich. Und wer ist die Quelle dieses Glückes? Sie! Für das Unterbewusstsein der zukünftigen Kollegen sind Sie jetzt ein Schlüssel zu Kohlenhydraten und Fett, dem Treibstoff unseres Lebens. Die Natur spielt Ihnen in die Hände, denn es war schon immer wichtig, sich an Nahrungsquellen erinnern zu können. Und wer einen so mächtigen Verbündeten hat, kann sich erst einmal entspannen.