Vom Ende einer Jugend, vom Tod des Vaters und vom Mut zum Aufbruch – davon erzählen die drei Gewinnertexte des ZEIT CAMPUS-Literaturwettbewerbs 2012. Aus insgesamt 1053 Einsendungen schafften sie es auf die Shortlist der 20 besten Kurzgeschichten, in die Hände unserer Juroren – und sind nun in einem Sonderheft auf dem Cover dieser Ausgabe abgedruckt.

Der mit 2.000 Euro dotierte erste Platz ging an Nora Gantenbrink, 25, die am 16. März bei der Preisverleihung auf der Leipziger Buchmesse geehrt wurde. Ihre Geschichte Na, dann. überzeugte die Juroren, darunter die preisgekrönte Autorin Julia Franck und der langjährige Literaturchef der ZEIT, Ulrich Greiner, vor allem durch ihre souveräne Erzählhaltung. In einer unprätentiösen Sprache entwirft die Autorin zwischen den Zeilen das vielschichtige Panorama einer Vorstadtjugend. Das Urteil des Schriftstellers Leif Randt: »Ganz groß erzählt.«

Die zweitplatzierte Noemie Schneider, 29, eröffnet in NEBEL rückwärts. durch viel formales Geschick eine eindringliche Perspektive auf ein Familienschicksal. Was es bedeutet, mit dem Sterben zu leben, zeigt diese »klug konstruierte, emotionale Reflexion« auf das Leben, den Tod und die Kraft der Literatur, so der Hildesheimer Literaturwissenschaftler Stephan Porombka.

Als »kraftvoll« empfand die Jury auch die Erzählung von Lili Aschoff, 22, die in Budapest studiert. »Dieser Text hat Chuzpe«, sagt die Schriftstellerin und Leiterin des Schreiblabors im Literaturhaus Hamburg, Mareike Krügel. Sie lobte die »grimmige Direktheit des politischen Erzählimpulses«. Der Schneider ist eine Geschichte über den Mut zu einem Neuanfang. Sie verbindet das politische Drama eines Landes mit dem persönlichen Schicksal zweier Menschen.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und wünschen viel Vergnügen beim Lesen!

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