Die Stimmung ist hemmungslos, die Tanzfläche voll und die Nacht noch lang – aber die Party ist zu Ende. Was klingt wie ein Albtraum, ist das Konzept der Kölner Partyreihe "Blitzbangers" : Von 21 Uhr an wird zwei Stunden exzessiv gefeiert, dann ist Schluss. Die Idee kommt an: In immer mehr Städten gibt es 120-Minuten-Partys. "Die Leute können abgehen und sind am nächsten Tag fit", sagt Christian Käsbach, einer der Veranstalter.

Draußen ist es noch hell, doch vor dem Club Bogen 2 ist die Schlange schon lang. 300 bis 500 Leute kommen jeden Monat zu den Blitzbangers-Partys. Sie wollen endlich rein, viel Zeit haben sie nicht. "Die Party ist kurz, aber intensiv", sagt ein BWL-Student. Auf seiner Stirn prangt neongelb ein Aufkleber: "100% steil" ist sein Motto für den Abend. Drinnen an der Backsteinwand zählt eine riesige Anzeige die Minuten: 115 to go. Auf der Tanzfläche ist es jetzt schon eng.

Es läuft ein Mix aus Breakbeats, Elektro und Radiohymnen: Hotstepper, We are your friends, Leider geil . Dann wird die Kissenschlacht eröffnet. Denn jede Blitzbangers-Party hat einen anderen Höhepunkt: Letztes Mal gab es Stage-Diving im Schlauchboot. Was man in zwei Stunden alles schafft? "Man kann erstaunlich betrunken werden", sagt eine Ethnologie-Studentin aus Köln.

Nur noch wenige Sekunden. Dann geht das Licht an. Der schonungslose Deckenfluter präsentiert verschmiertes Make-up, Schweiß und klebrige Federberge. "Effizient feiern" nennt der Marketingstudent Hannes Bergmann das Prinzip der High-Speed-Partys. Das Zeit-Leistungs-Verhältnis stimmt auf jeden Fall.