1. Erst mal tief durchatmen

Wenn ein großer Umschlag vom Wunschunternehmen im Briefkasten liegt, verheißt das, nach Wochen des Wartens, selten Gutes. Denn meist handelt es sich dabei um die Rücksendung der Bewerbungsmappe samt einem Standard-Schreiben: "Nach eingehender Prüfung Ihrer Unterlagen müssen wir Ihnen jedoch leider mitteilen, dass wir Ihnen keine Position bei uns anbieten können." Vor allem wenn es der Traumjob war, muss man das erst einmal sacken lassen: Hinsetzen, tief durchatmen, Freunde anrufen, sich eine heiße Badewanne gönnen. Von einer Absage muss man sich nicht entmutigen lassen! Das Gleiche gilt bei einer telefonischen Absage nach dem Vorstellungsgespräch.

2. Auf Fehlersuche begeben

Wer die erste Enttäuschung runtergeschluckt hat, kann nach vorn blicken. Am besten, indem er die Bewerbungsunterlagen noch einmal kritisch unter die Lupe nimmt. Waren sie vollständig? Habe ich vielleicht Rechtschreib- oder Formfehler übersehen? Wird in meinem Anschreiben klar, warum ich mich auf genau diese Stelle beworben habe? Bin ich wirklich auf die in der Ausschreibung genannten Anforderungen genau eingegangen? Wurde das Bewerbungsfoto von einem Profi gemacht? Ist mein Lebenslauf schlüssig, oder weist er Stellen auf, die erklärungsbedürftig sind? In einigen Branchen kommen einfach viel zu viele Bewerber auf eine Stelle. Da können Nuancen entscheiden. In jedem Fall ist es ratsam, andere über die Unterlagen schauen zu lassen. Gerade bei der Auswahl eines Fotos sind Fremdeinschätzungen sehr wichtig; man selbst kann dessen Wirkung oft nicht richtig beurteilen. Sind schon mehrere Absagen gekommen, hilft es zu überlegen, ob man sich auf die richtigen Stellen bewirbt. Fehlt vielleicht doch eine entscheidende Schlüsselqualifikation, die man sich noch aneignen sollte? Wer nach dem Vorstellungsgespräch eine Absage erhält, kann sich auch freuen. Schließlich kommen nur die wenigsten so weit. Und vielleicht hat man sogar schon eine Ahnung, was beim persönlichen Kennenlernen schlecht gelaufen ist und was man beim nächsten Mal anders machen könnte.

3. Feedback einfordern!

So wie es bei der Absage nach der schriftlichen Bewerbung sinnvoll ist, jemand anderen um seine ehrliche Einschätzung zu bitten, so ist es auch nach einem erfolglosen Vorstellungsgespräch ratsam, das Gespräch zu rekonstruieren. Wo habe ich Schwachstellen offenbart? Habe ich gute Fragen an das Unternehmen gerichtet? Welche Fragen wurden mir gestellt, und wie habe ich geantwortet? Wer nach ein paar Vorstellungsgesprächen merkt, dass er in solchen Situation generell unsicher ist und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann – für den ist ein Bewerbungstraining eine gute Investition. Um zu klären, woran es lag, kann man durchaus auch in der Personalabteilung anrufen. Das erfordert etwas Mut, aber mitunter kriegt man ehrliches Feedback. Wenn Floskeln kommen, darf man nachhaken. Vielleicht hat sich der Chef bei zwei gleich gut qualifizierten Bewerbern am Ende einfach für den entschieden, der aus seinem Heimatort stammt. Erfährt man so etwas im Nachgespräch, hat man zumindest die Gewissheit, nichts Grundlegendes falsch gemacht zu haben. Am besten nimmt man es sportlich: "Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber behalten Sie doch meine Unterlagen. Vielleicht ergibt sich ja mal wieder etwas." Und wer weiß...