Wo suche ich nach einem Zimmer?

Auf wg-gesucht.de werden allein für Berlin 7.800 Zimmer im Monat inseriert – aber auf die kommen insgesamt 232.852 E-Mail-Anfragen. Wer nicht einer von Dutzenden Bewerbern um ein Zimmer sein will, kann auf wgfinden.de oder wg-cast.de suchen. Dort muss man einen psychologischen Fragebogen ausfüllen, was die Vorauswahl für die WGs erleichtern soll. Über Wohnen für Hilfe kann man günstige Zimmer bei Senioren auftun, dafür hilft man ihnen im Haushalt. Netzwerke wie Klüngelmaschine oder Restrealität vermitteln schöne Altbauwohnungen – allerdings kann dort nur nach Wohnungen suchen, wer von Freunden in das Netzwerk "eingeladen" wurde. Über Facebook meldet man sich bei noknok24.de an. Bei Camelot kann man zum Hauswächter für Villen werden, während die Besitzer auf Reisen sind. Wer das Abenteuer liebt, sucht beim Leerstandsmelder nach unbewohnten Gebäuden in seiner Stadt und wohnt vielleicht bald in einem verlassenen Krankenhaus.

Wie überzeuge ich beim WG-Casting?

Ein Gedicht aufsagen, ein Lied singen oder sich, mit einer Nummer versehen, fotografieren lassen? Für manche WG-Zimmer gibt es zu Semesterbeginn rund 300 Anfragen, da versuchen die WG-Bewohner sich den "besten" herauszupicken. Kein Grund, sich erniedrigenden Aufgaben zu stellen!

Wie überzeuge ich den Vermieter?

Vermieter wollen einen Mieter finden, der zuverlässig ist – und der alle nötigen Unterlagen gleich bei der Besichtigung beisammen hat. Das sind: die Kopie des Personalausweises und eine Schufa-Auskunft. Ohne eigenes Einkommen ist eine Bürgschaft der Eltern nötig und ein Nachweis über deren Einkommen. Ein Anschreiben, in dem steht, wer man ist, was man gerade macht und wieso man gerade in dieser Wohnung wohnen will (plus Passbild), schaden nie.

Und wenn ich zum Semesterstart noch kein Zimmer habe?

In jeder Studentenstadt gibt es Hostels, in denen man schlafen kann, während man nach einer passenden Wohnung sucht. So fällt der Casting-Marathon an einem Wochenende weg, man lernt die Stadt kennen und weiß genauer, welches Viertel einem gut gefällt. Vielleicht schlafen ja sogar die zukünftigen Traummitbewohner im selben Hostelzimmer wie man selbst. Mehr Infos zu Stadtvierteln stehen übrigens im grünen Extraheft, das auf dieser Ausgabe klebt.

Ist es normal, länger auf der Suche zu sein?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Ja. Gerade zu Semesterbeginn kann sich die Suche auch mal bis zu drei Monate hinziehen. Am besten nicht suchen, wenn alle das tun (im September und Oktober), und stattdessen mitten im Semester auf die Suche gehen. Zwischendrin auch noch mal die eigenen Erwartungen hinterfragen: Muss es wirklich das Riesenzimmer in einem Altbau im Szeneviertel sein? Urige Eckkneipen in nicht so trendigen Stadtvierteln wollen auch entdeckt werden. Wieso es so wenig günstigen Wohnraum gibt, steht auf Seite 69.

Welcher Mietpreis ist in Ordnung?

Dafür lohnt es sich, in den Mietspiegel der Stadt zu schauen. Den findet man im Netz. Außerdem gilt, dass Wohnen in WGs deutlich günstiger ist als in einer Singlewohnung. Im Durchschnitt sind es 130 Euro im Monat, die man spart. In kleineren Städten wie Duisburg oder Gießen und in Ostdeutschland sind die Mieten billiger als in den großen Uni-Städten. Die günstigsten Wohnheimzimmer einiger Städte stehen im Extraheft.

Was sind Kaution und Provision?

Eine Kaution muss der Mieter zum Einzug an den Vermieter zahlen, bekommt sie plus Zinsen aber beim Auszug zurück, wenn die Wohnung in Ordnung ist. Die Kaution darf nicht höher als drei Monatsmieten sein und kann vom Mieter in drei Raten gezahlt werden. Eine Provision (oder Courtage) ist eine einmalige Zahlung, die zum Einzug an den Makler geht, wenn die Wohnung über ihn gefunden wurde. Die Provision darf nicht höher als zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer sein.

Was muss ich nach dem Einzug regeln?

Am Tag des Einzugs sollte man unbedingt mit dem Vermieter ein Wohnungsübergabeprotokoll machen. Darin steht, in welchem Zustand die Wohnung am Tag des Einzugs ist, etwa ob die Fugen in der Dusche bereits schimmeln oder das Laminat schon Risse hat. Strom ist beim Einzug immer in der Wohnung, aber meist zu teuren Konditionen vom jeweiligen Grundversorger der Stadt, in Berlin also zum Beispiel von Vattenfall. Man hat sechs Wochen Zeit, sich nach einem neuen Anbieter umzuschauen, sonst versorgt einen automatisch der Grundversorger. Strom sollte man niemals im Voraus zahlen. Außerdem daran denken, sich möglichst schnell um einen Telefon- und Internetvertrag zu kümmern, denn es kann Wochen dauern, bis die Leitung freigeschaltet wird.