Mit Farben spielen

Beim Lebenslauf überzeugt Schlichtheit. "Der Lebenslauf ist ein Datenblatt. Da will keiner Gimmicks", sagt Bewerbungsberater Gerhard Winkler. Farbige Rahmen oder Layout-Spielereien sollte man vermeiden. Auch ein Deckblatt mit großem Bild und den Kontaktdaten kommt langsam aus der Mode. Stattdessen: eine Spalte mit Zwischenüberschriften und Zeitangaben, eine mit dem Inhalt. Diese sechs Rubriken bieten sich an: Persönliche Daten, Ausbildung, Weiterbildung, Berufserfahrung, Kenntnisse, Engagement. Schriftgröße 10 in der Schriftart Times New Roman reicht aus.

Grundschule nennen

Der Lebenslauf heißt nicht so, weil man das gesamte Leben darin auflistet. Das Aktuellste kommt nach oben. Die Abschlussarbeit und das letzte Praktikum werden etwas näher beschrieben. Auf jeden Fall den Titel der Abschlussarbeit nennen und zum Praktikum in Stichworten auflisten, was man dort gemacht hat. Das Berufsorientierungspraktikum während der Schulzeit erwähnt man nur kurz in einer Zeile, den Namen der Grundschule und die Berufe der Eltern kann man ganz weglassen.

Auszeit verschweigen

Lücken von mehr als drei Monaten darf es im Lebenslauf nicht geben. Alles braucht einen Eintrag. Seltsame Begriffe wie "Familienmanagement" oder "Selbstoptimierungsphase" machen einen schlechten Eindruck. Lieber direkt schreiben "sechs Monate Surfurlaub" – und dazu stehen. "Oft kommt so etwas sogar gut an, weil es zeigt, dass der Bewerber Mut hatte, aus der Routine auszubrechen", sagt Gerhard Winkler. Auch Kellnerjobs muss man nicht verschweigen, sondern kann sie unter "Berufserfahrung" auflisten. Denn wer während des Studiums sein eigenes Geld verdient hat, wird positiv bewertet.

Bei Sprachen schummeln

Was macht man, wenn die Stelle sehr gute Spanischkenntnisse erfordert und man die aber nicht hat? Hochstapeln? Lieber nicht. Beim ersten Gespräch könnte es sonst peinlich werden. Ideal sind Verweise auf Sprachtests. Ansonsten: Grundkenntnisse, gute oder sehr gute Kenntnisse.

Lesen lieben

Persönliche Interessen haben im Lebenslauf nichts zu suchen. "Wer schreibt, dass er gerne liest, gibt sich ein Nullprofil", sagt Gerhard Winkler. Aufzählen sollte man in der Rubrik "Engagement" nur Sachen, die nachgewiesen werden können und für etwas stehen: eine Vereinsmitgliedschaft, ein Traineramt, einen Kunstpreis oder eine Tätigkeit, die so ungewöhnlich ist, dass sie als Blickfang dient. Zum Beispiel, wenn man in der Fußgängerzone Geld mit Einradfahren verdient hat.