Geldmacherei und Abzocke – diese Wörter fallen in den Antworten häufig. Die Vorwürfe beziehen sich etwa auf einen Professor aus Jena. Er verlegt und druckt sein Skript selbst. Seine Studenten haben ihn in der Umfrage genannt, weil er das Skript für knapp 30 Euro verkauft. Das ist deutlich mehr als der Preis für die Kopien. Pro Ausgabe verdiene er 13 Euro, sagt der Professor selbst. Bei einer Vorlesung vor hundert Studenten kann er von dem Geld schon in den Urlaub fahren. Seine Begründung: "Bildung gibt es nicht zum Nulltarif." Dabei bekommt er bereits ein Professorengehalt – und zwar aus öffentlichen Mitteln, weil seine Arbeit in Forschung und Lehre der ganzen Gesellschaft nützen soll.

Nicht jeder verdient so viel Geld mit seinen eigenen Büchern. Ein Professor aus Wuppertal rechnet uns vor, dass für ihn von jedem Exemplar seines Buches, das im Laden 20 Euro kostet, nach Abzug von Mehrwertsteuer, Handelsrabatt und Kosten des Verlages gerade mal 1,25 Euro übrig bleiben.

Der Vorsitzende des Freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften, Jan Cloppenburg, findet das trotzdem nicht in Ordnung. "Bildung soll als Grundrecht allen zur Verfügung stehen und nicht vom Geldbeutel abhängig sein", sagt Cloppenburg.

Eine einfache Lösung für Professoren, die Bücher veröffentlichen wollen, ohne an den Studenten zu verdienen, schlägt Bertram Salzmann vor. Er arbeitet bei UTB, einem Zusammenschluss mehrerer wissenschaftlicher Verlage. "Autoren könnten sich die digitalen Nutzungsrechte ihrer Bücher vorbehalten", sagt Salzmann. Dann könnten sie für alle, die es sich leisten können, die gedruckte Fassung anbieten und ihren Studenten die E-Book-Version kostenlos überlassen. Rumgesprochen hat sich das bisher offenbar noch nicht.

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