Nein

Natürlich ist das verlockend: einfach an der Uni einschreiben und ein halbes Jahr lang Busse und Bahnen nutzen, Ermäßigungen in Theatern und Museen bekommen und dazu noch günstig krankenversichert sein. Und das alles für einen im Verhältnis dazu geringen Semesterbeitrag. Doch wer solche Vorteile in Anspruch nimmt, ohne tatsächlich zu studieren, betreibt Sozialmissbrauch.

Die Ermäßigungen, die Studenten bekommen, werden vom Rest der Gesellschaft mitfinanziert. Dafür darf man erwarten, dass ein Student eine Gegenleistung erbringt: indem er in Vorlesungen und Seminare geht, Hausarbeiten schreibt und sich so Wissen und Fähigkeiten aneignet, die er später im Beruf brauchen wird.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 2/14. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Hinzu kommt, dass Scheinstudenten denjenigen Studienplätze wegnehmen, die tatsächlich studieren wollen, denn oft gibt es nicht genug Plätze für alle, die sich auf einen Studienplatz bewerben. Selbst wer sich für einen zulassungsfreien Studiengang einschreibt, schadet seinen "Kommilitonen". An keiner Hochschule stehen unbegrenzt Räume und Lehrende zur Verfügung. Um die Ressourcen optimal zu nutzen, plant die Hochschule mit der Anzahl derjenigen, die eingeschrieben sind. Wenn in einem Fach statt 100 aber nur 50 Studenten auftauchen, sind alle Planungen hinfällig, und die Uni verschenkt Kapazitäten – ausgerechnet an die Scheinstudenten.

Die legen sich womöglich auf die faule Haut, statt der Gesellschaft eine Leistung zurückzugeben. Und auch wer das nicht tut, weil er ein Praktikum oder eine Ausbildung macht, hat noch lange kein Recht dazu, sich einfach einzuschreiben. Natürlich ist auch das eine Form der Bildung, aber die Sozialleistungen für Studenten sind nun einmal an das Lernen an der Universität gekoppelt. Sonst könnte ja jeder, der einen Kurs an der Volkshochschule besucht, dafür ein Semesterticket verlangen.