16. Welche Preise gibt es für Dissertationen?

Wer seine Dissertation mit einem exzellenten Ergebnis abgeschlossen hat, kann sich für den Deutschen Studienpreis bewerben: Jedes Jahr vergibt die Körber-Stiftung Prämien im Wert von mehr als 100.000 Euro, darunter drei Spitzenauszeichnungen mit einem Preisgeld von jeweils 25.000 Euro. Der Studienpreis richtet sich an Promovierte aller Disziplinen. Einreichen muss man nicht die Dissertation, sondern einen Text von maximal 40.000 Zeichen, in dem die zentralen Forschungsergebnisse und ihre gesellschaftliche Bedeutung spannend und verständlich dargestellt werden. Einsendeschluss ist immer der 1. März des Jahres, das auf die Promotion folgt. Mehr Informationen unter studienpreis.de.

17. Und welche Preise gibt es sonst noch?

Immer öfter wird die kreative Vermittlung von Forschungsleistungen gewürdigt: Die DFG vergibt beispielsweise den mit 50 000 Euro dotierten Communicator-Preis für junge Wissenschaftler, die sich in besonderer Weise um die Bekanntmachung ihrer Ergebnisse bemüht haben. Mehr Infos unter dfg.de/communicator-preis. Beim FameLab können Absolventen der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ihr Forschungsgebiet mit einem dreiminütigen Vortrag vorstellen. Die Regeln: Es muss anschaulich sein, gern etwas verrückt und unbedingt ohne PowerPoint (famelab- germany.de). Beim Kurzfilm-Festival Nanospots können Nanowissenschaftler mit realen, simulierten oder Zeichentrickfilmen bis zu 10.000 Euro einstreichen (nanospots.de).

18. Dissertationen, die es zu lesen lohnt (3): Rechtswissenschaft

"Wenn ich früher an Hooligans dachte, hatte ich sabbernde Amöben mit Baseballkeule vor Augen. Ein unprätentiöser, liebenswürdiger, noch dazu sportlicher Jurist hat dieses Bild korrigiert. Sein Name war Marius Breucker, und er erklärte mir: Hooligans stammen aus dem gesamten Sozialspektrum, sie können auch normal ticken. Viele lassen erst im Stadion den Berserker raus. Seine Dissertation Transnationale polizeiliche Gewaltprävention: Maßnahmen gegen reisende Hooligans ist zwar eine paragrafenlastige Arbeit voller Begriffserklärungen, aber als Fachfremde konnte ich trotzdem folgen. Breucker weiß: Wer promoviert, kennt sich am besten mit seinem Thema aus – und muss seinen Lesern wissenschaftlich präzise darlegen, was er schreibt und wieso das wichtig ist. Es ist außerordentlich schwierig, in einem Gefüge von Rechtsstaaten mit Gewaltakten umzugehen und gleichzeitig die Demokratie zu wahren. Denn auch Hooligans haben Grundrechte. Wie funktioniert Prävention, gerade jetzt, wo die Grenzen zwischen Innen- und Außenpolitik in Europa immer mehr verschwimmen? Ich war mit Herrn Breucker zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben im Fußballstadion. Das war in Nürnberg, und da ist nichts passiert. Aber ganz ehrlich, es gibt auch Erfahrungen, die ich nicht gemacht haben muss. Seine Dissertation war aufschlussreich genug."

Daniela Tandecki leitet die Promotionsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die empfohlene Dissertation ist im Ergon Verlag erschienen

19. Was bedeutet Open Access?

Da es den meisten Autoren darum geht, den öffentlichen Diskurs anzuregen und zitiert zu werden, sollten sie ihre Forschungsergebnisse nicht an Verlage verkaufen, die Geld damit machen wollen. So lautet zumindest die Idee der internationalen Open-Access-Bewegung. Ihre Anhänger fordern, wissenschaftliche Literatur kostenfrei im Internet zu veröffentlichen, sodass alle Interessierte, sie lesen, runterladen, kopieren, drucken, in ihr suchen, auf sie verweisen, kurz: sie ohne Barrieren nutzen können. "Open Access ermöglicht eine rasche Verbreitung und Diskussion von Forschungsergebnissen und unterstützt die internationale Zusammenarbeit", sagt Georg Botz, Open-Access-Koordinator der Max-Planck-Gesellschaft. "Außerdem erleichtert es auch fachfremden Wissenschaftlern den Zugang und fördert auf diese Weise die Interdisziplinarität der Forschung."