Wie wichtig sind Noten?

Die gute Nachricht: Betriebswirte finden meist auch ohne Bestnoten einen Job. Die schlechte: Wer verschiedene Stellen zur Auswahl haben will, braucht einen guten Abschluss. In der ersten Runde verzichten Arbeitgeber in der Regel auf aufwendige Auswahlverfahren und wählen anhand der Bewerbungen aus, wen sie sich in der zweiten Runde genauer ansehen. Bei diesen standardisierten Verfahren entscheiden häufig die Noten darüber, wer eingeladen wird.

Zählt der Ruf einer Hochschule?

Ob durch eine lange Tradition, besonders schwere Zulassungsbedingungen oder einen vorderen Platz in einem Ranking – manche Universitäten haben bei Personalchefs einen guten Ruf. Das gilt vor allem für jene Stellen, in denen Mathe und Statistik besonders wichtig sind. Wer auf eine steile Karriere hofft, dem hilft also ein Abschluss von einer angesehenen Hochschule. Anders ist es mit einem Zeugnis von einer Uni, die großzügig gute Noten vergibt – das spricht sich auch bei den Firmen schnell herum.

Wie sehr muss ich mich spezialisieren?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 1/15, das am Kiosk erhältlich ist.

Allein in Betriebswirtschaftslehre gibt es an deutschen Hochschulen rund 500 Masterstudiengänge. Um auf dem Arbeitsmarkt neben anderen Bewerbern zu bestehen, lohnt sich daher eine Spezialisierung – etwa mit einem Master in Leadership, Wirtschaftspsychologie oder Accounting and Finance. Wer früh einen Bereich entdeckt, der ihm liegt, kann sein Profil auch schon im Bachelorstudium schärfen, indem er etwa Richtlinien für Corporate Social Responsibility lernt oder neue Vergütungsformen erforscht, anstatt in der vollen Marketingvorlesung zu sitzen. Das zahlt sich beim Berufseinstieg aus.

Wann bin ich festgelegt?

Wer sich spezialisiert, investiert Zeit und Geld, um Experte auf einem Gebiet zu werden. Wer aber später feststellt, dass er doch noch mal Lust auf etwas anderes hat, kann sich immer noch umorientieren. Bei guten Studienleistungen sorgen die methodischen Kenntnisse für eine solide Basis, um auch in anderen Bereichen einen Job zu finden. Wer über Jahre ein makelloses Profil in der Personalarbeit entwickelt hat und plötzlich Wirtschaftsprüfer werden will, muss aber Fachkenntnisse nacharbeiten, um zu den begehrten Kandidaten zu gehören. Und: In Bewerbungsgesprächen sollte man auf Fragen nach dem Grund für den Sinneswandel gefasst sein.

Welche Praktika kommen gut an?

Im Bachelorstudium bleibt nur Zeit für wenige Praktika. Darum sollte man überlegen, wo man eines macht. Wer später schnell viel verdienen will, sollte versuchen, eine Stelle in einem Großkonzern zu ergattern. Der Vorteil: Andere Personalchefs sehen schon im Lebenslauf, dass man sich in einem schwierigen Auswahlverfahren durchgesetzt hat. Wer weiß, dass er später lieber in einem mittelständischen Unternehmen arbeiten möchte, macht besser dort ein Praktikum. In jedem Fall hilft es, wenn der Name der Firma in der Branche bekannt ist. Übrigens: Wer im Studium einen passenden Nebenjob annimmt, dem helfen später auch diese neuen Netzwerke.