Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber 2/2015, der am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

"Ich habe nach dem Bachelor sofort den Master drangehängt, weil ich keine Zeit verlieren wollte. Mir war klar, dass ich auch promovieren muss, um als Biologin später eine gute Stelle zu bekommen. Eine Promotion dauert noch mal drei bis vier Jahre. Mit einem Bachelor kann man als Biologe nicht viel anfangen, selbst für einen Job im Labor hätten meine technischen Grundkenntnisse kaum ausgereicht.

Ich wollte im Master vor allem mein Wissen im Bereich Immunologie vertiefen. Außerdem: Warum eine Pause machen, wenn mir das Studieren Spaß macht? Viele gehen nach dem Bachelor ja erst mal auf Reisen. Ins Ausland wollte ich auch, aber dafür nicht pausieren.

Stattdessen habe ich im vierten Mastersemester Erasmus in Montpellier gemacht. Mein Abschluss verschiebt sich dadurch um ein Semester nach hinten, weil ich erst später mit der Masterarbeit anfangen konnte, aber das finde ich okay. Ich glaube, dass es sinnvoller ist, erst im Master ein Auslandssemester einzulegen. Der Studienplan ist dann flexibler und die Wahrscheinlichkeit höher, dass man sich die Kurse, die man an der Partner-Uni belegt, auch anrechnen lassen kann.

Wenn ich mit meiner Masterarbeit fertig bin, werde ich mir auch mal eine Auszeit nehmen, um zu reisen. Aber nur einen Monat. Dann will ich meine Promotion beginnen."

Meine Auszeit war ein Glücksfall

"Ich habe nach meinem Bachelor zehn Monate Pause gemacht. Geplant war das nicht: Ich war mit meiner Bachelorarbeit im Wintersemester ziemlich schnell fertig und konnte im Sommersemester keinen Master anfangen. Im Nachhinein war das ein absoluter Glücksfall, weil ich die Zeit vielseitig nutzen konnte. Ich habe meinen Bruder sechs Wochen lang in Vietnam besucht.

Wieder zurück in Deutschland, habe ich an der Uni einen Französischkurs belegt. Das hatte ich mir schon lange vorgenommen. Ich wohne ja im Saarland, und da sollte man schon gut Französisch können.

Dank meiner Auszeit habe ich auch eine Berufsqualifizierung, die mir niemand mehr nehmen kann: Ich habe als Nachmittagsbetreuung in einer Schule gearbeitet und wurde vom Kultusministerium als pädagogische Fachkraft anerkannt, natürlich auch, weil ich schon einen Bachelor hatte. An der Uni hieß es oft, mit einem Bachelor in Psychologie könne man nichts anfangen. Mein Beispiel zeigt, dass das nicht stimmt.

Den Master wollte ich trotzdem noch machen. Hier konnte ich die Schwerpunkte auf Arbeits- und Organisationspsychologie legen und dem Studium so eine wirtschaftliche Ausrichtung geben. Anders als die meisten Psychologen möchte ich nämlich nicht therapeutisch, sondern in einem internationalen Unternehmen arbeiten."