Kinder aus Nicht-Akademikerhaushalten studieren häufiger, wenn sie zuvor über Kosten und Nutzen informiert wurden. Schon kurze Schulworkshops helfen, zeigt eine Studie.

Uni oder Fachhochschule? Was bringt ein Studienkredit, wie kann ich Bafög beantragen und lohnt sich das überhaupt, so ein Studium? Wer in der Schule Informationen zum Nutzen und zur Finanzierung eines Studiums erhält, will nach dem Abitur eher studieren. Das zeigt eine Langzeitstudie, für die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) mehr als 1.500 angehende Berliner Abiturientinnen und Abiturienten seit 2013 begleitet haben. 

Nach Angaben der Forscher kann mithilfe ihrer Arbeit zum ersten Mal in kausaler Weise nachvollzogen werden, ob bessere Informationen das Verhalten von Jugendlichen an deutschen Schulen beeinflussen. Und tatsächlich lassen sich die Ergebnisse sehen: Die Studie zeigt, dass sich insbesondere bei Jugendlichen, deren Eltern selbst keinen Hochschulabschluss haben, das Verhalten ändern kann. Die bereitgestellten Informationen erhöhen in dieser Gruppe die Wahrscheinlichkeit eines Studienbeginns um zwölf Prozentpunkte.

Die Autorinnen der Studie Berliner-Studienberechtigten-Panel (Best Up) schreiben, es sei seit Längerem bekannt, "dass sich die Studienabsicht je nach Bildungshintergrund der Eltern unterscheidet". Zwar habe die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen Jahren in allen Herkunftsgruppen stetig zugenommen, dennoch studierten Jugendliche aus akademischen Elternhäusern noch immer weitaus häufiger.

Mehr Informationen über Kosten- und Nutzenerwartungen eines Studiums sind ihrer Ansicht nach ein zentraler Punkt, um Kinder aus Nicht-Akademikerhaushalten für den Gang an eine Universität oder Hochschule zu begeistern: "Da Eltern ohne Hochschulabschluss häufig das Wissen zum Studium fehlt, schätzen sie und ihre Kinder die Kosten eher zu hoch und den Nutzen eher zu niedrig ein – insbesondere im Vergleich zu einer beruflichen Ausbildung."

Um die soziale Ungleichheit zu verringern, "können kurze Schulworkshops mit wissenschaftlichen Informationen" eine effektive Maßnahme sein, folgern die Autorinnen.