Warum habe ich im Drogen-Quiz so gut oder mies abgeschnitten? Hier sind die ausführlichen Antworten. Aber nicht zum Schummeln benutzen!

Ehe Ihr weiterlest, eine Frage: Habt Ihr gerade "Beat the Prof – das Drogen-Quiz" gespielt? Falls ja, lest den Rest hier gerne durch. Falls nicht, teste erst hier Euer Wissen.

Und nun los mit den Erläuterungen:

Frage 1: Macht Alkohol trinken dick?

Richtige Antwort: Nur wenn wir gleichzeitig kalorienreich essen oder trinken.

Erklärung: Ein Gramm reiner Alkohol mit sieben kcal enthält fast doppelt so viele Kalorien, wie ein Gramm Zucker (4 kcal) und fast genauso viel wie ein Gramm Fett (ca. 9 kcal). Davon wird allerdings das meiste schnell verbraucht und kaum in Fett umgewandelt. Zusätzlich behindert Alkohol zahlreiche Stoffwechselwege, in deren Folge alle zusätzlich zum Alkohol aufgenommenen Kalorien (z.B. der Zucker, die Hefen in den alkoholischen Getränken sowie alle dazu konsumierten Speisen und Getränke) direkt in Fett verstoffwechselt werden.

Frage 2: Welche Droge kann bei täglichem Konsum zu schweren Krankheiten wie einer Fettleber, Durchblutungsstörungen und Krebs führen?

Richtige Antwort: Ganz klar: Alkohol. Das Zellgift kann erheblich schaden.

Erklärung: Alkohol ist ein Zellgift, weshalb das Risiko schwerer Folgeerkrankungen mit einem regelmäßigen Konsum in größeren Mengen (Männern mehr als 24 Gramm, Frauen mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag) erheblich steigt. Dieses Risiko ergibt sich völlig unabhängig davon, ob sich zusätzlich dazu auch eine körperliche Abhängigkeit entwickelt. Reines Heroin löst zwar bei täglichem Konsum eine körperliche Abhängigkeit aus, belastet den Körper aber nicht mit Toxinen, in deren Folge schwere weitere Erkrankungen entstehen können.

Reines Cannabis, das nicht durch schwarzmarkttypische Streck- und Zusatzstoffe versetzt ist, belastet den Körper im Gegensatz zum Alkohol auch nicht mit Toxinen. Unstrittig ist, dass dauerhafter Cannabiskonsum kognitive Leistungen beeinträchtigen kann (Aufmerksamkeit, Konzentration, Lernfähigkeit). Wird es geraucht, schadet das der Lunge. Umstritten sind die Auswirkungen in der Schwangerschaft und auf das Neugeborene und der Einfluss von Cannabis auf das Hormon- und Immunsystem. Nicht auszuschließen ist, dass es bei Cannabiskonsum in der Pubertät zu einer verzögerten Entwicklung kommen kann.

Frage 3: Kann Cannabis als Medikament eingesetzt werden?

Richtige Antwort: Vielfach, es unterstützt z.B. Schmerz- und Krebstherapien.

Erklärung: Die Wirksamkeit von Cannabis ist durch viele Studien belegt, unter anderem in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen, krankhafter Abmagerung (Kachexie). Die Liste der Erkrankungen, die Arzneien auf Cannabisbasis lindern können ist lang. Die Mittel helfen unterstützend auch bei gewissen Krebsformen, bei psychiatrischen Symptomen (z.B. Schlafstörungen, Angststörungen, ADHS, bipolaren Störungen, schizophrenen Psychosen, endogenen Depressionen), Epilepsie, entzündlichen Schmerzsyndromen (z.B. Colitis ulcerosa, Arthritis), bei Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Crohn), Migräne.

Cannabis-Wirkstoffe können koordinierend und krampflösend sein. Allein das begründet die Anwendung als Medikament, selbst wenn Krankheiten zwar nicht geheilt, aber die Symptome unterdrückt und dem Patienten so sein Leben erleichtert werden kann.

Frage 4: Kann man in Deutschland zu mindestens einem und bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt werden, nur weil man jemandem etwas Cannabis zum Rauchen überlässt?

Richtige Antwort: Ja, zum Beispiel wenn Minderjährige das Gras bekommen.

Erklärung: Wenn zum Beispiel eine 21-jährige Person seinem 17-jährigen Freund/seiner Freundin eine kleine Menge Cannabis zum Rauchen überlässt, dann kann ein Gericht wegen des Überlassens von Drogen an Minderjährige eine Freiheitsstrafe aussprechen, wenn es keine mildernde Umstände akzeptieren will. Cannabis gilt laut Betäubungsmittelgesetz zudem nicht als weiche Droge in Deutschland. Auch das Absehen von einer Strafe beim Besitz einer kleinen Menge ist lediglich eine Kann-Bestimmung, bei der über die geringe Menge hinaus auch noch andere Straftatumstände (öffentliches Interesse an der Strafverfolgung und Umgang nur zum Eigenbedarf) berücksichtigt werden.

Frage 5: In welchen Ländern gibt es einen legal regulierten Markt für Cannabis?

Richtige Antwort: In Uruguay, zwei US-Bundesstaaten und ab 2016 in Kanada

Erklärung: In den Niederlanden wird Cannabis zwar in Coffeeshops verkauft, einen regulierten legalen Markt gibt es aber nicht. Einen solchen gibt es für Medizinalhanf und anderen Gebrauch nur in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington sowie in Uruguay. Kanada will noch 2016 entsprechende Gesetzesänderungen umsetzen.

Frage 6: Was sind eigentlich "Legal Highs"?

Richtige Antwort: Berauschende Stoffe, die als legale Produkte im Handel sind.

Erklärung: Legal Highs sind Substanzen, die oft Ergebnis oder Nebenprodukt pharmakologischer Forschung sind, eine Rauschwirkung erzeugen und ganz legal gekauft werden dürfen. Sie werden manchmal als Badesalze oder Kräutermischungen beworben, ihr eigentlicher Zweck ist jedoch, als Droge konsumiert zu werden. Meist sind die Stoffe unberechenbar. Es gibt kein Wissen über Dosierung, Konsumregeln und Akut- und Langzeitwirkungen. Auch wenn sich der Gesetzgeber immer wieder darum bemüht, die neu auf den Markt kommenden Stoffe umgehend dem Betäubungsmittelgesetz zu unterstellen, gibt es ein Zeitfenster, in dem der Umgang mit diesen Substanzen nicht bestraft wird. Die Nachfrage erklärt sich somit auch aus dem drogenpolitischen Ansatz der Strafverfolgung.

Frage 7: Sich Drogen zu spritzen, ist sehr gefährlich – man kann sich zusätzlich auch Infektionen einfangen, z.B. HIV oder Hepatitis. Gilt das auch beim Sniffen?

Richtige Antwort: Ja, wenn etwa mehrere die gleichen Utensilien dafür nutzen.

Erklärung: Durch winzige Anhaftungen von Blut einer infizierten Person an dem Gegenstand, mit dem man Substanzen in die Nase zieht (z.B. ein Röhrchen oder Geldschein), können Infektionen wie HIV und Hepatitiden übertragen werden. Durch das Sniffen kann nie ausgeschlossen werden, dass die Nasenschleimhäute nicht kleinste Verletzungen davon getragen haben, die beim gemeinsamen Gebrauch von Konsumutensilien Infektionen weitergeben. Nur wer diese ausschließlich selbst benutzt und ausreichend reinigt, kann diesem zusätzlichen Risiko entgehen.

Frage 8: In wie vielen Staaten der Welt kann bis heute die Todesstrafe für Drogendelikte verhängt werden?

Richtige Antwort: In 18, zum Beispiel in China, Indien, Malaysia und im Sudan.

Erklärung: Es gibt bis heute Länder, die die Todesstrafe für Drogendelikte per Gesetz vorsehen. Das gilt etwa für Konsum, Anbau, Handel oder auch Body-Packering, also den Transport von Drogen im Körper. Die Kuriere handeln hier oft aus Notsituationen heraus, Armut und Gewaltandrohung sind nur zwei Gründe für eine solche Tat. 

China, Iran und Saudi Arabien sind nur die Staaten, die regelmäßig Todesstrafen für Drogendelikte aussprechen und auch umsetzen. Zu den Ländern, die grundsätzlich Drogenhandel oder -gebrauch mit dem Tod ahnden können zählen: Afghanistan, Borneo, Brunai, China, Indien, Iran, Irak, Laos, Malaysia, Nigeria, Pakistan, Singapur, Somalia, Sudan, Vietnam, Yemen, Malaysia. Aktuell sitzen rund 900 Menschen in Todestrakten, wobei nicht alle Länder die Verurteilten auch hinrichten.

Lesen Sie alles über die Risiken von und den Umgang mit Drogen im Dossier Wie gefährlich ist der Rausch?. Unter anderem mit diesen Themen:

Seit 2014 erscheint jedes Jahr zudem der ZEIT-ONLINE-Drogenbericht – auf Basis der weltweit größten Drogenumfrage im Netz, dem Global Drug Survey. Ziel ist es, über Risiken von Drogen aufzuklären, unabhängig und unvoreingenommen. Das sind die Ergebnisse in diesem Jahr:

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Reuters
30.000-Mal high

30.000-Mal high

Der Global Drug Survey ist die größte Umfrage unter Drogennutzern. Ein Drittel aller Befragten kamen aus Deutschland. Wer mitgemacht hat?

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Danny Moloshok/Reuters
Vor allem unsere Leser

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Die Daten sind nicht repräsentativ, aber hilfreich: Wie geht es Ihnen mit Drogen? Das Ziel: Wer weiß, was er tut, lebt ungefährlicher.

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Richtige Antwort. Zwar kommt es bei allen Drogen auf die Dosis an. Crack rangiert aber ganz oben, wenn es um gesundheitliche Schäden für den Einzelnen geht. Es macht abhängig und zerstört Nervenzellen. Wer Koks schnieft, ist auch nicht besser dran: Geschmacks- und Geruchsnerven verkümmern, Gefäße werden geschädigt. Auf Dauer kommen Organschäden hinzu, auch Psychosen sind mögliche Folgen.

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Richtig! So viele Menschen würden ihren Konsum im nächsten Jahr gerne reduzieren. Jeder zehnte Alkoholtrinker konnte übrigens mindestens einmal pro Monat nicht aufhören zu trinken. 13 Prozent bereuen ihr Trinkverhalten regelmäßig.

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