Förderer finden

Was springt raus?

Vier Prozent der Deutschen Studenten bekommen ein Stipendium. Jeder Fünfte von ihnen das Deutschlandstipendium vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie werden mit 300 Euro im Monat gefördert. Knapp die Hälfte der Stipendiaten ist bei einem der 13 Begabtenförderungswerke, etwa der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Konrad-Adenauer- oder der Heinrich-Böll-Stiftung. Als Grundstipendium werden hier maximal 735 Euro im Monat gezahlt. Jeder Stipendiat erhält außerdem 300 Euro Büchergeld. Wie hoch das Grundstipendium ist, hängt wie beim Bafög vom finanziellen Hintergrund der Eltern, Ersparnissen oder Nebenjobs ab. Fließen durch Jobs mehr als 400 Euro (bei Selbstständigen 324 Euro) auf das Konto, überweisen die Stiftungen weniger. Darüber hinaus sind je nach Stipendiengeber Zuschüsse für Auslandssemester oder Studiengebühren möglich. Doch nicht immer gibt es Geld: Das Careerloft-Förderprogramm oder Onlinestipendien wie e-fellows.net unterstützen mit Karriereberatung, Fachbüchern und -zeitschriften oder Datenbankzugängen.

Was viele nicht wisssen:

1) Nicht nur Streber bekommen Stipendien: Zwar steigert man mit herausragenden Noten seine Chancen – aber nicht überall sind sie vorausgesetzt. Einige Förderer vergeben Stipendien an Bewerber mit durchschnittlichen Studienleistungen, wenn sie sich anderweitig interessant machen. Mit einem speziellen Fach oder Forschungsthema, wie bei der Erich-Müller-Stiftung, die Ingenieurwissenschaftler unterstützt. Bei der Rotary Foundation zählt ehrenamtliches Engagement. Für andere Träger zählt, dass man aus einer bestimmten Region stammt, etwa beim Nassauischen Zentralstudienfonds. Die Pfungst-Stiftung unterstützt Kinder aus Arbeiterfamilien.

2) Nach kleineren, regionalen und unbekannteren Anbietern zu suchen lohnt, manche Stipendien bleiben dort offen, weil sich viele Studenten keine Chancen auf ein Stipendium ausrechnen.

3) Ein Stipendium zu bekommen zieht unter Umständen Verpflichtungen nach sich: Um die Zahlungen am Laufen zu halten, muss man bei den Begabtenförderungswerken mit Semesterberichten den Lernfortschritt dokumentieren. Auch regionale Stiftungen stellen manchmal Bedingungen an die Finanzierung: Etwa, dass man sich verpflichtet, nach dem Studium noch länger in der Region zu arbeiten. Wer dennoch wegzieht, muss das Geld zurückzahlen.