8. Wann ist es Zeit für den Einstand?

Ob du deine Kollegen in der ersten Arbeitswoche oder nur innerhalb des ersten Monats zum Einstand einlädst, solltest du davon abhängig machen, wie es gerade im Unternehmen zugeht: Wenn alle im Stress sind, wartest du besser noch ab, steht die Urlaubszeit kurz bevor, lädst du ein, solange die meisten noch da sind. Frage am besten deinen Chef nach dem geeigneten Ort und Zeitpunkt und lade ihn bei dieser Gelegenheit gleich ein. Auf diese Weise verhinderst du, dass dein Einstand mit anderen wichtigen Terminen in der Abteilung kollidiert. Denn wenn die Hälfte nicht kommt oder alle nervös sind, weil sie an eine Deadline denken, verfehlt das Ganze seinen Zweck. Signalisiere deinem Chef, dass der Einstand nach zwanzig bis dreißig Minuten vorbei sein wird, dann hat er keine Angst vor zu viel Zeitverlust.

9. Und was serviere ich da am besten?

Blätterteig blättert, Schokolade schmiert, Mozzarella suppt. Und wenn du für alle Teller und Besteck brauchst, muss das erst mal herangekarrt und später irgendwo abgespült werden. Serviere deshalb am besten Häppchen, die man von einer Serviette essen kann. Das geht zum Beispiel bei Laugenbrezeln, Pizzahörnchen, Muffins (aber ohne Schoko-Guss) und Fleischbällchen (die nicht-fettige Variante). Denke in jedem Fall an die Vegetarier und an ein bisschen Abwechslung (Trauben für die Low-Carb-Fraktion!). Selbst Brötchen zu belegen ist keine gute Idee: Es dauert ewig, sieht oft unansehnlich aus und kann dir als Geiz ausgelegt werden. In jungen, lockeren Teams kommt selbst gebackener Kuchen gut an, in einer formelleren Umgebung solltest du etwas beim Bäcker oder Caterer bestellen.

10. Was, wenn mir ein schlimmer Fehler unterläuft?

"Wie Unternehmen mit Fehlern umgehen, hängt stark von ihrer Kultur ab. Wir bei Bahlsen wollen, dass unsere Einsteiger eigenverantwortlich arbeiten, auch wenn wir damit Fehler riskieren, zum Beispiel, dass jemand E-Mails an den falschen Ansprechpartner schickt oder sich bei Berechnungen vergaloppiert. Wenn solche Sachen passieren, forschen wir nach den Ursachen und überlegen, wie sie sich in Zukunft verhindern lassen. Für den Betroffenen heißt das: Nichts vertuschen! So etwas fliegt schneller auf, als man denkt, und macht alles nur schlimmer. Lieber sollte man seinen unmittelbaren Vorgesetzten um ein Gespräch bitten, kurz schildern, was vorgefallen ist, wie es dazu kommen konnte und welche Lösungsmöglichkeiten sich bieten. Das zeigt, dass man sich bereits mit dem Problem auseinandergesetzt hat. Wenn man unsicher ist, kann man auch einen erfahrenen Kollegen um Rat bitten. Aber das Gespräch mit dem Vorgesetzten ersetzt das nicht. Nur er kann größeren Schaden verhindern, und das muss in dem Moment das oberste Ziel sein. Ansonsten gilt: Fehler sind da, um daraus zu lernen."

Arthur Starnofsky, 45, ist Personaldirektor beim Kekskonzern Bahlsen.

11. Darf ich privat auf dem Dienstrechner surfen?

Nur, wenn es das Unternehmen erlaubt. Aber auch wenn das private Surfen verboten ist, darf der Arbeitgeber deinen Computer nicht einfach mal eben so überwachen.

12. Wie geht es weiter?

ZEIT Campus: Wann ist es Zeit für ein Feedbackgespräch?

Astrid Overbeck: Bei großen Unternehmen sind Feedbackgespräche kurz vor dem Ende der Probezeit Standard. Dabei muss die Führungskraft auf einem Formular Leistungen wie Teamfähigkeit und fachliche Kompetenz bewerten.

ZEIT Campus: Kann ich selbst danach fragen?

Overbeck: Ja. Zu wissen, wo man steht und was die Chefs erwarten, ist wichtig. Man sollte sich aber überlegen, aus welchem Grund man um das Gespräch bittet: Hätte man gern Feedback zu seiner Leistung, oder möchte man andere Aufgaben?

ZEIT Campus: Wenn man total unzufrieden ist – sollte man dann sofort den Job wechseln?

Overbeck: Drei bis sechs Monate sollte man sich normalerweise Zeit nehmen, um ein Unternehmen kennenzulernen. Ein Jahr muss man nicht bleiben. Das ist natürlich auch davon abhängig, wie viele Jobs es in der Branche gibt und wie risikobereit man ist.

ZEIT Campus: Wann sollte man wechseln, um aufzusteigen?

Overbeck: Große Beratungsfirmen legen die Zeiträume teilweise fest. Ansonsten kann man nach drei bis fünf Jahren an einen Wechsel denken: Ein bis zwei Jahre braucht man, um auch jährliche Routinen zu kennen, ein weiteres, um genügend Erfolge vorweisen zu können. Wer wechselt, weil er aufsteigen will, sollte in derselben oder einer angrenzenden Branche bleiben. Sonst landet er wieder in der Kategorie Berufsanfänger.

Astrid Overbeck, 50, Personal- und Karriereberaterin aus München.