Wirtschaftswissenschaftler werden überall gebraucht. Viele Arbeitgeber wünschen sich aber besondere Kompetenzen. Wie funktioniert der Berufseinstieg am besten?

Betriebswirte haben bei der Stellensuche einen Vorteil: Sie können in vielen verschiedenen Branchen arbeiten. "In Deutschland haben sie einen großen Markt mit mehr als zwei Millionen Arbeitsplätzen. Auf Schwankungen in einzelnen Bereichen können sie gut reagieren", sagt Ralf Beckmann von der Bundesagentur für Arbeit.

Besonders gefragt sind Wirtschaftsabsolventen laut einer Studie des Kölner Staufenbiel Instituts derzeit bei Banken und Unternehmensberatungen, in der Chemie- und Pharmaindustrie, im Handel sowie in der IT- und Telekommunikationsbranche. Bei den Automobilherstellern sind sie etwas weniger begehrt, dort sind nur knapp 60 Prozent daran interessiert, Wirtschaftswissenschaftler einzustellen. Insgesamt sagten aber knapp 80 Prozent der Unternehmen von sich, dass sie Wirtschaftswissenschaftler suchen. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Allerdings wollen die Unternehmen nicht irgendwelche Wirtschaftsabsolventen. "Viele sind wählerisch und wünschen sich Nachwuchskräfte mit besonderen Kompetenzen, die möglichst genau zu den freien Stellen passen sollen", beobachtet Matthias Meyer-Schwarzenberger, Geschäftsführer im Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte.

Wie gefragt ein Wirtschaftsabsolvent ist, hängt auch von seinem Schwerpunkt ab. Laut der Bundesagentur für Arbeit liegt die Arbeitslosenquote von Experten für Finanzen, Rechnungswesen, Steuerberatung oder Wirtschaftsprüfung unter zwei Prozent, bei den Marketing-Spezialisten fällt sie mit fast fünf Prozent dagegen mehr als doppelt so hoch aus.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 1/2018.

Nicht nur Unternehmen suchen Wirtschaftsexperten. Schließlich braucht man auch in Behörden, Krankenhäusern, kulturellen Einrichtungen, Verbänden, Stiftungen oder Nichtregierungsorganisationen Fachleute, die sich mit Kostenrechnung, Personalplanung und Management auskennen.

Für Volkswirte sind die Möglichkeiten enger gesteckt. Während Betriebswirte in Ballungsgebieten ebenso wie bei Mittelständlern auf dem Land Arbeit finden können, werden Volkswirte vor allem in Regionen gesucht, in denen es viele Banken oder Behörden gibt. Sie sind besonders im Rhein-Main-Gebiet und in Berlin gefragt.

Laut Adecco-Stellenindex, der die Stellenanzeigen in mehr als 30 Online-Jobbörsen und knapp 170 Printmedien auswertet, haben im ersten Halbjahr 2017 vor allem Finanz- und Versicherungsdienstleister, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Unternehmensberatungen Stellen für VWLer ausgeschrieben. Weitere typische Arbeitsfelder für Volkswirte sind Forschungsinstitute und der öffentliche Dienst.