Wie du im Master an Fördergelder kommst

Welches Stipendium passt?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2018.

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil es so viele unterschiedliche Stipendien gibt. Allein auf stipendienlotse.de, einer Datenbank des Bundesbildungsministeriums, findest du mehr als 1.300 Förderprogramme. Um die Suche einzugrenzen, kannst du in der Suchmaske gezielt nach bestimmten Kriterien filtern, zum Beispiel nach deiner Fachrichtung. Liebäugelst du nach dem Master mit einer Promotion, kannst du hier auch gleich nach Stiftungen Ausschau halten, die Doktoranden unterstützen. Oft lohnt es sich, bei dem Studienberater der eigenen Uni nachzufragen: Kleinere Programme und regionale Angebote lassen sich im Internet oft schwer finden, weil ihnen das Geld für Werbung fehlt. Häufig haben bei diesen unbekannteren Stipendien auch Studenten ohne Bestnoten gute Chancen, weil es meistens nicht so viele Mitbewerber gibt.

Wer vergibt Förderungen?

Viele kennen die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) oder die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Sie zählen zu den großen Begabtenförderungswerken, die oft mit Kirchen, Gewerkschaften oder Parteien verbunden sind (die KAS etwa mit der CDU, die FES mit der SPD). Daneben engagieren sich viele kleine Stiftungen in der Studentenförderung: Einige spezialisieren sich auf bestimmte Fächer (wie der Hartmannbund für Medizinstudenten), andere auf Hochschulen (wie das Ariadne-Stipendium für Studentinnen der Uni Trier) oder auf besondere Merkmale der Stipendiaten (wie das Graeme Clark Stipendium für Studenten mit Hörgeräten).

Was bekomme ich?

Fast immer: Geld. Bei den Begabtenförderungswerken hängt es vom Einkommen der Eltern ab, ob du den Höchstbetrag von 735 Euro pro Monat bekommst. Zusätzlich gibt es einen Zuschlag für die Kranken- und Pflegeversicherung, dazu noch ein Büchergeld von 300 Euro (ob man das wirklich nur für Bücher ausgibt, wird nicht kontrolliert). Solange mit dem Stipendium Studien- und Lebenshaltungskosten gedeckt werden, muss es nicht versteuert werden. Und: Viele Stiftungen pflegen den Kontakt zu ehemaligen Stipendiaten, die den Einstieg in den Beruf erleichtern können.

Wie bewerbe ich mich?

Genauso wie für ein Praktikum oder ein Auslandssemester: mit Motivationsschreiben, Lebenslauf und Notenübersicht. Einige Programme verlangen das Gutachten eines Professors. Dazu können Auswahltests oder Vorstellungsgespräche kommen. Die Förderung beginnt oft erst zum nächsten oder übernächsten Semester. Du solltest dich früh, am besten schon während des Bachelors, über Stipendien für den Master informieren.

Was müssen Stipendiaten tun?

Teilweise musst du regelmäßig Notenübersichten vorlegen und schlechte Noten begründen. Viele Stiftungen bieten Seminare an, die mal verpflichtend und kostenlos, mal freiwillig und günstig sind. Die Palette reicht von Tagesveranstaltungen zur Rhetorik über Wochenendseminare über Demokratie bis hin zu Sprachkursen in der Bretagne.