Im Master das Land zu verlassen lohnt sich, sagt die Auslandsexpertin Anne Gellert.

ZEIT Campus: Frau Gellert, soll ich im Master ein Auslandssemester einlegen?

Anne Gellert: Ja! Nichts wie raus. Ich finde es schade, dass viele Studenten zögern, weil sie befürchten, das verlängere ihr Studium. Dabei kann es so bereichernd sein, die vertraute Umgebung für ein paar Monate zu verlassen.

ZEIT Campus: Warum?

Gellert: Man lernt Fähigkeiten, die einem später im Berufsleben helfen können: interkulturelles Verständnis, Eigenständigkeit und Eigeninitiative. Im Ausland lernt man sich selbst besser kennen und kann so vielleicht auch herausfinden, wohin man später beruflich will.

ZEIT Campus: Für welche Masterstudiengänge eignet sich das besonders?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2018.

Gellert: Eigentlich für alle. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, da ist für alle Fächer etwas dabei. Ich denke da an den klassischen Studienaufenthalt, an Praktikum, Sprachkurs oder Summer-Schools. Was für einen selbst am besten ist, kann man in persönlichen Gesprächen herausfinden. Am eigenen Institut informiert man sich über die Anerkennung der Kurse, das International Office an der Uni weiß über Stipendien und wichtige Unterlagen Bescheid.

ZEIT Campus: Wann muss ich mich um die Bewerbung kümmern?

Gellert: Ziemlich schnell. Schon im ersten Mastersemester sollte man sich Gedanken machen, wohin man will. Die meisten Masterstudenten gehen im Wintersemester ins Ausland, weil da fast überall das neue Studienjahr beginnt. Daher rate ich Studenten, sich neun, bestenfalls zwölf Monate vorher über Programme und Anforderungen zu informieren. Einfacher ist es natürlich für Studenten, die für den Master nicht die Uni wechseln. Die können sich schon im Bachelor informieren und vorher bewerben.

ZEIT Campus: Welche Unterlagen sind wichtig?

Gellert: Das kommt auf die Region und das Programm an. Für ein Auslandssemester erwarten zum Beispiel viele Universitäten im asiatischen Raum ein Gutachten. Das ist natürlich schwierig, wenn man neu an der Uni ist. Aber nicht unmöglich, es gibt Gutachtengespräche. Einfach einen netten Dozenten danach fragen. Der versucht einen dann im Gespräch persönlich und fachlich einzuschätzen.

ZEIT Campus: Was ist mit Praktika im Ausland?

Gellert: Ein Praktikum im Ausland kann auch sinnvoll sein. Man sollte mindestens drei Monate bleiben. Es dauert, bis man eingearbeitet ist und Verantwortung übernehmen kann. Hier gilt ebenfalls: sich rechtzeitig über Fristen und Bewerbungsunterlagen informieren.