Tricks, wie du einen schlechten Schnitt ausgleichst

Kurse wiederholen

Für einige Master brauchst du einen bestimmten Notendurchschnitt, um angenommen zu werden. Wenn du den nicht erfüllst, schau dir die Prüfungsordnung deines Bachelors an. Darin steht, ob du Kurse wiederholen kannst, um deine Note zu verbessern. So bietet zum Beispiel die Uni in Koblenz-Landau den Studenten im Fachbereich Psychologie an, bereits abgelegte Prüfungen nochmals zu machen. Das geht insgesamt in zwei Modulen. Manche Unis erlauben das jedoch nur, wenn du durch eine Prüfung gefallen bist. Achtung: Ist die Bachelorarbeit bestanden, kannst du sie nicht noch mal schreiben. Wer bei den komplizierten Prüfungsordnungen den Durchblick verliert, sollte einen Studienberater an seiner Universität fragen. Ebenfalls zu beachten: Oft können bestimmte Prüfungen nur im darauffolgenden Semester wiederholt werden.

Mit dem Lebenslauf punkten

Lies das Kleingedruckte in der Zulassungsordnung. Auch wenn bei der Zulassung für den Master ein gewisser Notendurchschnitt verlangt wird, kannst du manchmal die Note durch einzelne Aspekte im Lebenslauf aufwerten. Wer etwa seinen Bachelor innerhalb der Regelzeit abgeschlossen hat, bekommt bei der Bewerbung für den Master in Praktischer Informatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken einen Bonus von 0,2 Notenpunkten. Wer bei einem relevanten Forschungsprojekt mitgemacht hat, verbessert sich dort um 0,1 Punkte, und wer ein Jahr als Informatiker gearbeitet hat ebenfalls um 0,1 Punkte. Berufserfahrungen zählen auch an der Uni Bayreuth. Bei der Bewerbung zum Master in BWL kannst du deinen Schnitt verbessern, wenn du ein zweimonatiges Berufspraktikum gemacht hast. Für Auslandsaufenthalte gibt es beim Master in Chinesischem Recht an der Uni Göttingen extra Punkte.

Bei Zusatztests glänzen

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/2018.

In einigen Fächern gibt es im Bewerbungsverfahren fachliche Zusatzprüfungen. In den Wirtschaftswissenschaften gibt es neben dem Gmat auch den Test für Masterstudiengänge in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, kurz TM-Wiso. Dieser ist ein vierstündiger Test, bei dem du unter anderem wirtschaftliche Zusammenhänge erläutern und organisatorische Fähigkeiten beweisen musst. An einigen Studienorten wie in Köln, Hamburg oder Aachen nimmt der Test eine wichtige Rolle im Auswahlverfahren ein. So zählt an der RWTH Aachen für den Master in Wirtschaftswissenschaft die Bachelornote zu 51 Prozent, der Test zu 49 Prozent. Die Teilnahme am Test darf nicht zu lange zurückliegen, beim Master BWL an der Uni Hamburg etwa höchstens drei Jahre. Umsonst ist die Prüfung nicht: Die Teilnahme kostet 100 Euro. Andere Universitäten bieten kostenlose Tests an, mit denen du deine Note verbessern kannst. Wie an der Uni Duisburg-Essen: Im Fach Betriebswirtschaftslehre gibt es einen fakultätseigenen Performance-Projection-Test. Dabei werden methodische Grundlagen abgefragt. Wer sehr gut ist, kann dadurch seine Abschlussnote ein wenig nach oben korrigieren.

Im Gespräch überzeugen

Das Auswahlgespräch hat oft großes Gewicht: Wer an der TU Darmstadt beim Bewerbungsgespräch für den Master in Technischer Biologie voll überzeugt, bekommt Punkte angerechnet, die den Studienplatz sichern können. An der Uni Frankfurt hat das Gespräch ebenfalls ziemlich viel Gewicht: Beim Biochemie-Master entscheidet eine Rangliste, wer zugelassen wird. Dabei wird die Bachelornote zu 51 Prozent berücksichtigt, das Auswahlgespräch zu 49 Prozent. Informier dich rechtzeitig, wie viel das Gespräch am Ende zählt.

Zulassungsfrei anpeilen

Falls du keinen guten Bachelorabschluss hast, bewirb dich vor allem auf zulassungsfreie Master. Auf hochschulkompass.de kannst du in der Suchmaske nicht nur die Fachrichtung für deinen gewünschten Master eingeben, sondern auch "zulassungsfrei" als Kriterium auswählen. Achtung: Dass ein Master zulassungsfrei ist, bedeutet nicht immer, dass die Note der Studienbewerber egal ist. In einigen Fachrichtungen sind etwa die Hälfte der Masterstudiengänge zulassungsfrei. Viele zulassungsfreie Studiengänge fordern gewisse Zugangsvoraussetzungen, das kann auch ein Notenschnitt sein. Wenn du alle Bedingungen erfüllst, hast du den Masterplatz sicher. Bei zulassungsbeschränkten Programmen ist es komplizierter. Dort gibt es in der Regel deutlich mehr Bewerber als Studienplätze. Die Zulassung hängt daher nicht von einer festgesetzten Mindestnote ab, sondern auch von den Noten der Mitbewerber. Sehr gute Absolventen haben dort größere Chancen, angenommen zu werden, als solche mit mittelmäßigen Noten.

Abwarten

Hochschulen müssen jedes Jahr eine bestimmte Zahl von Studienplätzen an Bewerber auf der Warteliste vergeben. Das regeln die Bundesländer in der Hochschulvergabeverordnung, in der festgelegt ist, wie viele Plätze das sind. Jedes Jahr wird aufs Neue beschlossen, wie viele Wartesemester am Ende nötig sind, um einen dieser Plätze zu ergattern. Sprich am besten mit Studienberatern an den Hochschulen, und frag nach Erfahrungswerten aus den Vorjahren. Das kann sich lohnen. Vielleicht wissen sie, ob deine Chancen ganz gut stehen, nach zwei oder drei Semestern Warterei doch noch einen Platz über die Nachrückerliste zu bekommen. Während der Wartezeit darfst du allerdings nicht studieren oder an einer Uni eingeschrieben sein. Die Zeit kannst du aber nutzen, um zu arbeiten oder ein Praktikum zu machen.

Einklagen

Wer sich im Zulassungsverfahren ungerecht behandelt fühlt, hat die Möglichkeit zu klagen. Bevor du es auf einen Rechtsstreit ankommen lässt, frag dich zuerst: Ist es dieser Masterstudiengang wirklich wert? Oder gibt es noch eine gute Alternative? Schwierig ist das allerdings, wenn der Master, auf den du dich beworben hast, sehr speziell ist und nur an einer bestimmten Hochschule angeboten wird. Wenn du Zweifel daran hast, ob die Zulassung rechtmäßig verlaufen ist, kannst du dir juristischen Rat einholen, zum Beispiel beim Asta. Bestärkt der deine Bedenken und meint, dass du mit einer Klage gute Chancen auf einen Platz hast, kannst du das auch versuchen. Manchmal hilft es schon, wenn du ein vorsichtiges Anwaltsschreiben an die Uni schickst. Die Hochschulen wollen Rechtsstreitigkeiten oft vermeiden.