Sie kämpfen für Demokratie, ihre persönliche Freiheit ist in Gefahr und sie leben noch bei ihren Eltern – auf sieben Quadratmetern. Was Jungsein in Hongkong bedeutet.

Am Sonntag demonstrierten Hunderttausende junge Menschen in Hongkong. Die Proteste halten seit Wochen an und richten sich gegen das von der Regierungschefin Carrie Lam geplante Auslieferungsgesetz. Das Gesetz hätte es ermöglicht, gewisse Verdächtige aus Hongkong an Festlandchina auszuliefern. Nach der ersten Welle an Massenprotesten ist der Entwurf mittlerweile gestoppt. Doch die Aktivisten wollen mehr: Sie fordern den Rücktritt der Regierungschefin. Sie demonstrieren für ein allgemeines Wahlrecht und echte Demokratie. Viele fragen sich, was passiert, wenn 2047 der Vertrag mit China endet, der ihnen Presse- und Meinungsfreiheit zusichert. Bei den jüngsten Protesten am Sonntag kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstrantinnen ein. Ein Schlägertrupp von bislang noch Unbekannten griff Aktivisten in der U-Bahn auf dem Weg zurück an. Die meisten der Demonstranten sind junge Menschen. Sie gehen nicht zuletzt auch auf die Straße, um gegen ihre Lebensbedingungen zu protestieren: Sie haben studiert, arbeiten und müssen trotzdem in winzigen Zimmern in den Wohnungen ihrer Eltern leben, weil sie sich keine eigene Wohnung leisten können.