Ich weiß nicht mehr, wie viele Bewerbungen ich nach meinem Masterabschluss geschrieben habe. Bei den ersten zwei, drei, vier war ich noch euphorisch: Bald würde ich ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft sein. Jemand, der auf eigenen Beinen steht und ins Sozialsystem einzahlt. Dann folgte Bewerbung Nummer elf, zwölf und dreizehn. Bei Bewerbung Nummer 120 hörte ich auf zu zählen. Meine Euphorie war längst verflogen. Ich habe Philosophie studiert, und unter Geisteswissenschaftlern bin ich keine Ausnahme: Eine Freundin, Kunstpädagogin, hat gerade ihre 200. Bewerbung abgeschickt.