Was du tun solltest, falls du einen Fehler machst, wie du dir all die Namen merkst und am wichtigsten: Wird im Büro geflirtet? Elf Antworten zum ersten Job

Der Wecker klingelt, und auf einmal ist er da: der erste Arbeitstag. Für dich ist die erste Zeit etwas Besonderes, für deine neuen Kollegen sind es normale Tage, an denen viel zu tun ist. Nimm es deshalb nicht persönlich, wenn die Dinge nicht gleich perfekt laufen. Keiner hat Zeit für dich? Niemand bemerkt deine Arbeit? Das ist meist keine böse Absicht und heißt auch nicht, dass du etwas falsch machst. Wie du dir Aufmerksamkeit verschaffst, ohne zu nerven, und was man sonst noch über die Arbeitswelt wissen sollte, liest du hier.

1. Was passiert am ersten Tag im Job?

Frag vorher, wann und wo du dich am ersten Arbeitstag einfinden sollst. Meist führt dich der Chef durch die Abteilung, manchmal übernimmt das auch ein Mentor. Du schüttelst viele Hände und stellst dich kurz vor. Vielleicht nimmt man dich mit in ein Meeting, und du wirst aufgefordert, ein paar Sätze über dich zu sagen. Mach dir nichts draus, wenn nach der Begrüßung keiner mehr Zeit für dich hat. Du musst ohnehin erst mal die Bürokratie erledigen: den Arbeitsplatz einrichten, Passwörter festlegen und den Dienstausweis abholen. Du kannst auch fragen, ob du dich schon mal in Unterlagen einlesen kannst.

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2. Und was in den ersten Wochen?

Zunächst ist Beobachten angesagt: Wie heißen die Kollegen, wo liegen die Templates für Präsentationen, und wo finden die Meetings statt? Welchen Weg nehmen Entscheidungen, und wie lange dauert das? Wen darf man auf keinen Fall übergehen, wer kann bei Problemen helfen? Außerdem bekommst du deine ersten fachlichen Aufgaben. Versuche, die Reaktion auf deine Arbeit bewusst wahrzunehmen. Die Gefahr ist groß, dass man sich voll Elan ausschließlich auf die inhaltliche Seite konzentriert und dabei übersieht, wie das eigene Auftreten und der persönliche Arbeitsstil bei anderen ankommen. Das ist aber ebenfalls wichtig. Du musst nicht bis zum Ende der Probezeit warten, um Feedback von deinem direkten Vorgesetzten einzuholen, das geht auch vorher schon. Zum Beispiel, wenn eine Etappe eines Projekts abgeschlossen ist.

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3. Wie merke ich mir bloß all die Namen?

"Das gelingt am besten, indem man den Namen mit etwas verbindet, zum Beispiel mit ähnlich klingenden Wörtern. Bei Thomas Schmidt denke ich ›Tomate‹ und ›Schmied‹ und stelle mir eine Tomate unterm Hammer vor. Frau Graf hat vielleicht Ähnlichkeit mit Steffi Graf, und ein Alexander erinnert mit seiner Attitüde an Alexander den Großen. Bei Wittgenstein denke ich 'Witz' und stelle ihn mir lachend vor. Wenn Menschen heißen wie Verwandte oder Freunde, verknüpfe ich sie gedanklich mit dem Bekannten. Gut ist es, wenn man sich nach einer Vorstellungsrunde kurz Zeit nehmen kann, um die Assoziationen zu verankern. Wer auf einmal drei oder vier Kollegen kennenlernt, sollte sich jeden Namen noch einmal schnell gedanklich vorsagen, bevor er sich dem nächsten Gesicht zuwendet."

Simon Reinhard, 39, ist amtierender Gedächtnisweltmeister. Er kann sich in fünf Minuten mehr als 80 Vor- und Nachnamen einprägen.

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4. Wird im Büro geflirtet?

Ja, und das ziemlich oft, wie eine repräsentative Studie im Auftrag des Karrierenetzwerkes Xing zeigt. 61 Prozent der Befragten gaben an, schon einmal am Arbeitsplatz geflirtet zu haben. Ein knappes Viertel hat sich dort schon mal verliebt, die Mehrheit in einen direkten Kollegen oder eine direkte Kollegin. Frauen passierte das etwas seltener als ihren männlichen Kollegen. Bei den Männern hatte es jeder vierte erlebt, bei den Frauen dagegen nur jede fünfte. Mit einem Kollegen oder einer Kollegin liiert waren rund 15 Prozent.

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5. Wann ist es Zeit für den Einstand?

Manche halten ihn gleich in der ersten Arbeitswoche, andere innerhalb des ersten Monats. Hör dich um, was in deiner Firma üblich ist, und achte auch auf die aktuelle Situation. Wenn alle im Stress sind, wartest du besser noch ab, wenn die Urlaubszeit kurz bevorsteht, lädst du ein, solange die meisten noch da sind. Der Einstand sollte nicht ausufern, zwanzig bis dreißig Minuten reichen.

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6. Was mache ich, wenn es nicht rund läuft?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 1/19. Das aktuelle Heft können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

Einsteiger haben häufig das Gefühl, dass sie nicht richtig einbezogen werden. Paradoxerweise passiert das oft, wenn es viel Arbeit gibt. Keiner der gestressten Kollegen will Zeit aufwenden, um den Neuen einzuarbeiten. Geh auf die Kollegen zu, und frage sie, wo du sie unkompliziert unterstützen kannst. Wenn du auch mittelfristig keine Aufgaben bekommst, die dich fordern, solltest du deinem Vorgesetzten signalisieren, dass du bereit bist, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Fühlst du dich dagegen dauerhaft überfordert, sprich es ebenfalls an. Mach dich aber nicht klein, sondern überlege zuerst, was gut läuft und an welchen konkreten Stellen du Unterstützung brauchst. Könnte eine Schulung weiterhelfen? Ein Kollege, den du für ein paar Wochen ganz offiziell mit Detailfragen nerven darfst? Grenze das Problem ein, und skizziere mögliche Lösungen. Es kann auch passieren, dass alle ihre Arbeit bei dir abladen. Dann hilft nur, freundlich, aber bestimmt Grenzen zu setzen. Etwa so: "Würde es bis zum 15. reichen? Dann nehme ich es gerne auf meine Liste."

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7. Wann kommt der erste Karriereschritt?

"Bei uns entwickeln sich neue Mitarbeiter im Durchschnitt nach eineinhalb Jahren im Unternehmen weiter. Es hängt natürlich immer davon ab, wie engagiert und motiviert sie sind. Dann kommen neue Aufgaben hinzu, und es besteht die Aussicht, befördert zu werden. Aus einem Junior Communication Manager wird beispielsweise ein Communication Manager. Diese Entwicklung ist normalerweise auch mit einem Gehaltssprung verbunden. Unsere jüngsten Teamleiter sind etwa Ende 20, Anfang 30. Realistischerweise erreichen Mitarbeiter so eine Position nach rund fünf Jahren bei Puma. Zweimal im Jahr schauen wir uns an, wer besondere Leistungen erbracht hat, und geben den Mitarbeitern Feedback. Unabhängig davon kann ich nur jedem raten: Wer Karriere machen will, sollte das seinen Vorgesetzten auch wissen lassen. Ich bin ein Freund des Mottos: Tue Gutes, und rede darüber! Man sollte natürlich nicht mehr versprechen, als man halten kann, aber wenn das Gespräch mit dem Vorgesetzten ansteht, sollte man unbedingt aufzeigen, was man geleistet hat."

Dietmar Knoess, 51, ist Personalchef bei Puma, der Turnschuh- und Sportartikelfirma aus der fränkischen Stadt Herzogenaurach.

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8. Und wenn mir ein Fehler passiert?

Du hast die E-Mail mit internen Informationen an den Falschen geschickt? Dem Kunden ein zu günstiges Angebot gemacht, bei dem dein Unternehmen draufzahlt? Jetzt ist es wichtig, dass du schnell handelst. Informiere deinen direkten Vorgesetzten, und gib ihm knapp diejenigen Informationen an die Hand, die helfen können, den Schaden zu begrenzen. Vertuschungsversuche sind ebenso fehl am Platz wie langatmige Selbstbezichtigungen oder Rechtfertigungen. Besser ist eine aufrichtige Entschuldigung. Auch in der Probezeit müssen Fehler nicht den Rauswurf bedeuten. Entscheidend ist, dass deine Vorgesetzten den Eindruck haben, dass sie dir grundsätzlich vertrauen können und es sich um einen Ausrutscher handelt, aus dem du lernst.

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9. Brauche ich das Wissen aus dem Studium?

Den Stoff aus den letzten Uni-Seminaren wird keiner abfragen, grundlegendes Fachwissen ist oft aber schon wichtig. In einer Studie, in der Uni-Absolventen ein, fünf und zehn Jahre nach dem Abschluss Auskunft gaben, zeigt sich, dass zunächst rund zwei Drittel und bei der letzten Befragung sogar knapp drei Viertel der Befragten "in fachlicher Nähe zum Studienfach" beschäftigt waren. Spitzenreiter sind die Mediziner, bei denen 95 Prozent fachnah tätig sind. Geisteswissenschaftler arbeiten dagegen überdurchschnittlich oft fachfremd. Für sie, aber auch für alle anderen, sind allgemeine Fähigkeiten, die das Studium fördert, wichtig, zum Beispiel, Informationen zu strukturieren.

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10. Was gibt es zum Mittagessen?

Längst kommt in deutschen Kantinen auch Vegetarisches aufs Tablett. Das Lieblingsessen deutscher Arbeitnehmer aber ist unangefochten die Currywurst mit Pommes. Das jedenfalls legen die Menücharts des Caterers apetito nahe, der täglich mehr als hunderttausend Berufstätige mit Essen versorgt. Auf Platz zwei liegt das Schnitzel mit Röstkartoffeln, gefolgt von Spaghetti bolognese. Das beliebteste vegetarische Gericht im Ranking, eine Pesto-Pfanne, schafft es auf Platz fünf der Gesamtwertung. Selbstverpfleger haben das Schraubglas als Alternative zum Butterbrot entdeckt und transportieren so alles von Quinoa-Salat bis Käsekuchen. Manche machen sich auch overnight oats, eine Mischung aus Flocken, Flüssigkeit und Gewürzen, die nachts im Kühlschrank durchzieht.

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11. Was steht in der Personalakte?

So ziemlich alles, was für das Arbeitsverhältnis relevant ist, kann dort gesammelt werden, zum Beispiel der Arbeitsvertrag, die Bewerbung, Zeugnisse, Gehaltsbescheinigungen und Zertifikate über Fortbildungen. Manche Firmen fügen auch von beiden Parteien unterschriebene Protokolle der Mitarbeitergespräche bei. Auch Negatives wie Abmahnungen finden sich dort. Diese kann man unter bestimmten Voraussetzungen später tilgen lassen. Nicht in die Akte dürfen Listen mit Krankheitstagen oder ähnliche private Informationen. Die Personalakte kannst du dir jederzeit zeigen lassen.

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