Sechs Faustregeln für den Qualitäts-Check

1. Wie ist der erste Eindruck?

Oft reichen schon ein paar Klicks, um die Qualität eines Masterstudiengangs zu erkennen. Im Idealfall findest du auf der Website der Uni alle wichtigen Infos: Welche Module und Wahlmöglichkeiten gibt es? Wie ausführlich werden Dozierende und Fachgebiete vorgestellt? Hier ein paar Faustregeln für den Qualitäts-Check: Ein internationaler Master sollte auf Englisch gelehrt werden und einen Auslandsaufenthalt vorsehen. Ähnliches gilt für praxisorientierte Studienprogramme: Im Curriculum sollten feste Zeiten für Praktika eingeplant sein. Neben den Studieninhalten sollte auch das Rahmenprogramm an der Hochschule stimmen: Gibt es fächerübergreifende Angebote? Werden Karrieretage organisiert, bei denen man mit Arbeitgebern ins Gespräch kommt?

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2. Wie schneidet der Master im Ranking ab?

Studienrankings können hilfreich sein. In aufwendigen Analysen werden Studiengänge nach Kriterien wie Betreuung, Forschungsstärke und Ausstattung bewertet. Das bekannteste Studienranking kommt vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Einige Ergebnisse zeigen wir in den Fächer-Dossiers in diesem Heft. Alternativ kann man sich nach Rankings mit bestimmten Schwerpunkten umsehen. Das Handelsblatt etwa zählt regelmäßig wirtschaftswissenschaftliche Veröffentlichungen von Hochschulen. Die Annahme dabei: Wo viel publiziert wird, wird auch viel geforscht. Das ist wichtig für Studierende, die später wissenschaftlich arbeiten wollen. Wer etwas über den Ruf des Studiengangs bei Unternehmen wissen will, für den gibt es Ranglisten in der Wirtschaftswoche (wie das Handelsblatt gehört sie zur selben Verlagsgruppe wie die ZEIT). Dort werden die Einschätzungen von Personalern verglichen.

Es gibt aber auch Kritiker, die Rankings ablehnen. Zum Beispiel, weil die erhobenen Daten meist nicht veröffentlicht werden oder weil man die Ergebnisse nicht verallgemeinern könne. Sozial- wissenschaftliche Masterstudiengänge sind nicht in Ranglisten vertreten, sie boykottieren die Befragungen. Trotzdem können Rankings helfen, sich im Dschungel der mehr als 9000 Masterstudiengänge zu orientieren. Wenn du dir die Ergebnisse der vergangenen Jahre anschaust, siehst du, wie ein Master im Zeitverlauf bewertet wurde. Wird die Qualität durchgehend gut eingeschätzt, oder schwankt sie? Das hilft beim Sondieren, ob der Studiengang was taugt. Den Rankings blind vertrauen sollte aber niemand.

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3. Ist der Studiengang akkreditiert?

Für Studiengänge gibt es ein Gütesiegel: die Akkreditierung. Das ist ein Zertifikat, das sieben Jahre lang gilt. Verschiedene Agenturen untersuchen hierfür unter anderem, welche Lehrformen angeboten werden und wie gut die Uni mit Lehrmaterial ausgestattet ist. In Deutschland dürfen nur akkreditierte Studiengänge angeboten werden. Wenn sich bei der Prüfung herausstellt, dass ein Master die Kriterien nicht erfüllt, muss er eingestellt werden. Viele Studiengänge wurden noch nicht geprüft, weil das Verfahren sehr lange dauert. Das kann für Absolventen später zu Problemen auf dem Arbeitsmarkt führen. Wenn du Beamter werden willst, solltest du bei Fachhochschulen aufpassen: Ist der Master nicht akkreditiert, darfst du in den gehobenen Dienst eintreten, aber nicht in den höheren Dienst. Auf der Internetseite akkreditierungsrat.de gibt es eine Datenbank mit allen akkreditierten Studiengängen in Deutschland.

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4. Wie läuft die Betreuung an der Uni?

Ob Seminare, Auslandssemester oder Masterarbeit: Im Alltag tauchen meistens viele Fragen auf. Wenn du dich vor der Entscheidung für einen bestimmten Master an die Studienberatung der Wunsch-Uni wendest, bekommst du gleich einen ersten Eindruck, wie gut Studierende dort betreut werden: Nimmt sich der Studienberater viel Zeit? Wie hilfreich und ausführlich sind seine Antworten? Den Studiengangskoordinator kannst du fragen, ob es genügend Plätze für Seminare und Tutorien gibt, damit sich das Studium im Zweifel am Ende nicht unnötig verlängert. Eine gute Anlaufstelle sind Fachschaften. Hier erfährst du, wie die Professoren ticken, und merkst auch gleich, mit wie viel Unterstützung von Studierenden aus höheren Semestern du rechnen kannst.

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5. Wie gut ist die Uni in der Forschung?

Wenn du nach dem Abschluss wissenschaftlich arbeiten willst, solltest du darauf achten, wie viel und wie gut an der Hochschule geforscht wird. Dabei können dir Rankings weiterhelfen. Neben dem genannten Handelsblatt-Ranking zählt die Nachrichtenagentur Reuters die Veröffentlichungen und Patentanmeldungen von Unis weltweit und zeichnet die innovativsten Hochschulen aus. Ein weiterer Indikator für starke Forschung ist es, wenn eine Uni der sogenannten Exzellenzinitiative angehört. Sie bekommt dann besonders viel Fördergeld vom Staat für ihre Forschung. Mehr Informationen dazu findest du auf der Website der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Hat die Wunsch-Uni Kooperationen mit Forschungsinstituten wie der Helmholtz-Gemeinschaft oder der Fraunhofer-Gesellschaft? Dann kannst du vielleicht schon im Studium Kontakte knüpfen.

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6. Pflegt die Uni Kontakte in die Wirtschaft?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/19. Das aktuelle Heft können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

Was du bei der Masterwahl auch vorher prüfen solltest: Finden an der Hochschule regelmäßig Karrieremessen statt, bei denen du schon früh mögliche Arbeitgeber kennenlernen kannst? Halten manchmal Dozenten aus der Praxis Vorlesungen und geben Seminare? Gibt es ein Alumni-Netzwerk, in dem sich aktuelle und ehemalige Studierende treffen können, vielleicht mit eigenem Mentorenprogramm? Und: Hat die Universität Stiftungslehrstühle? Dahinter stehen Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen, die an Forschungsergebnissen und an wissenschaftlichem Nachwuchs interessiert sind. Je mehr dieser Fragen bejaht werden können, desto leichter wird es voraussichtlich, schon während des Master-studiums mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen, dort vielleicht auch eine Masterarbeit zu schreiben und so den Berufseinstieg langsam vorzubereiten.

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