Festivals, Lehrbücher, Fahrten nach Hause: Alles muss bezahlt werden. Aber wie? Wo gibt es gute Nebenjobs? Wann musst du Steuern zahlen? Wie kommst du an ein Stipendium? Was tun, wenn es mit dem Bafög-Antrag doch nicht klappt? Wo kannst du ein paar Euro sparen? Alle Antworten und weitere Tipps hier

Bafög

Wie finde ich einen Nebenjob?

Schau am Schwarzen Brett der Uni, in Facebook-Gruppen oder auf stellenwerk.de nach. Sprich außerdem deinen Prof an, vielleicht sucht er ja gerade eine studentische Hilfskraft. Zwar verdienen Hiwis meist nicht mehr als zehn Euro pro Stunde, dafür haben sie später bessere Chancen auf einen Promotionsplatz. Auch hilfreich: Freunde fragen. Dein Kumpel kellnert in einem Café, das du magst? Cool! Er kann bestimmt nachfragen, ob sie noch eine Aushilfe suchen. Grundsätzlich gilt: Je früher du dich um einen Job kümmerst, desto besser. Ziehst du für den Master in eine andere Stadt, sieh dich ruhig schon um, wenn du für WG-Castings vor Ort bist. In der ersten Uni-Woche suchen alle, und die Konkurrenz ist groß: Im Wintersemester 2018/19 ist die Zahl der Studierenden auf 2,8 Millionen gestiegen.

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Ab welchem Einkommen muss ich Steuern zahlen?

9168 Euro ist eine Summe, die du dir merken solltest. Sobald du mehr pro Jahr verdienst, musst du Einkommensteuer zahlen. Und wenn du in einem Monat mal mehr als 1029 Euro verdienst, musst du für diese Zeit Lohnsteuer zahlen. Immerhin: Mit der nächsten Steuererklärung kannst du dir das Geld vom Finanzamt zurückholen. Für deine Arbeit solltest du mindestens 9,19 Euro pro Stunde verlangen. Das ist der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland. Werkstudenten verdienen oft sogar mehr: Viele Firmen zahlen zwischen 10 und 15 Euro pro Stunde. Als Werkstudent bist du von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit, musst aber in die Rentenversicherung einzahlen. Pro Woche darfst du höchstens 20 Stunden arbeiten. Wenn du ohne Vertrag auf Rechnung arbeitest, also als Selbstständige oder Selbstständiger, dann bist du unter Umständen verpflichtet, zusätzlich Umsatzsteuer zu zahlen.

Bei freiwilligen Praktika, die länger als drei Monate dauern, müssen Arbeitgeber vom ersten Tag an den Mindestlohn zahlen. Das Gleiche gilt für Minijobs. Davon ausgenommen sind Pflichtpraktika. Hier kann das Unternehmen weiterhin selbst entscheiden, wie viel du bekommst.

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Was läuft anders, wenn ich selbstständig bin?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber Magazin 2/19. Das aktuelle Heft können Sie am Kiosk oder hier erwerben.

ZEIT Campus: Frau Hotze, ist es schlau, sich neben dem Studium selbstständig zu machen?

Doreen Hotze: Klar. Man kann klein anfangen und sammelt dabei wertvolle und vor allem praktische Erfahrungen. Etwa, ob es eine ausreichend große Zielgruppe für die eigene Geschäftsidee gibt und wie der Markt auf das Produkt oder die Dienstleistung reagiert. Außerdem knüpft man Kontakte und baut sich ein Netzwerk auf.

ZEIT Campus: Worauf muss ich achten?

Hotze: Auf eine gute und strukturierte Vorbereitung. Und auf die rechtlichen, versicherungstechnischen Parameter.

ZEIT Campus: Muss ich Steuern zahlen?

Hotze: Viele Studierende sind als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit. Wenn man mehr als 17.500 Euro im Jahr Umsatz hat, muss man in der Regel Umsatzsteuer abführen. Einkommensteuer wird ab einem Gewinn von 9168 Euro pro Jahr fällig.

ZEIT Campus: Kann ich in der Familienversicherung krankenversichert bleiben?

Hotze: Ja, es sei denn, man ist über 25 Jahre alt oder verdient mehr als 445 Euro im Monat. Aber auch dann gibt es für Studierende günstigere Tarife als für Vollzeit-Unternehmer.

ZEIT Campus: Wer kann mich unterstützen?

Hotze: Es gibt Gründerkredite, Zuschüsse oder Stipendien, und vielleicht kann ja auch die Familie finanziell aushelfen.

Doreen Hotze, 41, ist Leiterin des Gründerzentrums der Hamburger Handelskammer und gibt jungen Gründern Tipps.

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Wie ist das mit dem Kindergeld?

Wenn du unter 25 bist und an einer Hochschule eingeschrieben, bekommen deine Eltern für dich Kindergeld vom Staat. Das sind zwischen 194 und 225 Euro im Monat, je nachdem, wie viele Geschwister du hast. Ab Juli 2019 steigt das Kindergeld um 10 Euro monatlich pro Kind. Viele Eltern geben dieses Geld direkt an ihre Kinder weiter. Darum kannst du deine Eltern bitten, du hast aber keinen rechtlichen Anspruch darauf. Wenn du nach dem Bachelor erst mal gearbeitet hast, gibt es im Master nicht automatisch Kindergeld. Es muss dann neu beantragt werden. Das wusstest du nicht? Keine Sorge! Wenn du das erst mitten im Master erfährst, kannst du das Geld noch bis zu sechs Monate rückwirkend einfordern.

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Was sollte in meinem Arbeitsvertrag stehen?

Wie viel du arbeitest, in welchem Bereich deine Aufgaben liegen und wie viel Gehalt du dafür bekommst, all das muss in deinem Arbeitsvertrag aufgeführt werden. Auch Angaben zu Probezeit, Urlaubstagen und Kündigungsfrist gehören rein. Idealerweise steht im Vertrag außerdem, ob du nach einem Tarif bezahlt wirst. Auf einen Arbeitsvertrag solltest du immer bestehen, als Minijobber oder Praktikant genauso wie als Werkstudent. Lässt sich die Personalabteilung zu lange Zeit und du startest ohne Vertrag, gelten die gesetzlichen Mindeststandards: zum Beispiel ein Monat Kündigungsfrist und bei einer 20-Stunden-Woche mindestens zehn Urlaubstage pro Jahr. Stehen im Vertrag weniger Tage drin, ist die Klausel ungültig.

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Soll ich ein Urlaubssemester nehmen, um zu jobben?

Nein, besser nicht. Vorgesehen sind Urlaubssemester eher für Fälle wie Krankheit, Elternzeit oder pflegebedürftige Angehörige. Bei einigen Unis kann man sich für ein Praktikum beurlauben lassen. Der Haken am Urlaubssemester: Für diese Zeit verlierst du deine Privilegien als Studierender und musst beim Jobben alle Sozialabgaben zahlen. Wenn du neben der Uni mehr Zeit zum Geldverdienen brauchst, solltest du lieber weniger Kurse pro Semester belegen oder ein Teilzeitstudium beantragen.

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Wie viel darf ich nebenbei überhaupt arbeiten?

182 Tage pro Jahr darfst du so viel arbeiten, wie du willst, ohne dass Sozialabgaben anfallen. Ansonsten gilt: 20 Stunden pro Woche sind das Limit. Kommst du darüber, muss dich dein Arbeitgeber bei der Krankenkasse als versicherungspflichtiger Arbeitnehmer anmelden. Du verlierst damit den Studierendenstatus und musst die vollen Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlen. Tage, die du bei einem Pflichtpraktikum verbringst, zählen aber nicht dazu.

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