Es bleibt dabei: Die Ausgaben für die erste Ausbildung oder das erste Studium können nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das hat ein Gericht entschieden.

Die Kosten für die berufliche Erstausbildung bleiben Privatsache. Der gesetzliche Ausschluss von den Werbungskosten  ist verfassungsgemäß, wie das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschied – der Beschluss wurde nun veröffentlicht (Az: 2 BvL 22/14 und weitere). Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte die Praxis für verfassungswidrig gehalten. Denn Ausgaben für ein Zweitstudium oder eine Weiterbildung können als Werbungskosten angesetzt werden. Die Karlsruher Richter meinten aber, dass die erste Ausbildung etwas Anderes sei: Sie vermittle nicht nur Berufswissen, sondern diene auch der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung.

Die Kosten der Erstausbildung oder eines entsprechenden ersten Studiums hat der Gesetzgeber ausdrücklich von den Werbungskosten ausgenommen. Sie gelten nur als Sonderausgaben – und die sind auf derzeit 6.000 Euro pro Jahr begrenzt. Sie wirken sich steuerlich aber nur aus, wenn im selben Jahr steuerpflichtige Einkünfte bestehen. Werbungskosten dagegen könnten auch noch mit späteren Einkünften nach dem Berufsstart verrechnet werden.

Genau das wollten mehrere Piloten und ehemalige Studenten erreichen. Die Piloten hatten jeweils rund 70.000 Euro für ihre Ausbildung bezahlt, die Studenten teils hohe Studiengebühren.

Anders als der BFH entschied nun jedoch das Bundesverfassungsgericht, es gebe "sachlich einleuchtende Gründe" für die derzeitige Regelung. "Die Erstausbildung oder das Erststudium unmittelbar nach dem Schulabschluss vermittelt nicht nur Berufswissen, sondern prägt die Person in einem umfassenderen Sinne, indem sie die Möglichkeit bietet, sich seinen Begabungen und Fähigkeiten entsprechend zu entwickeln und allgemeine Kompetenzen zu erwerben, die nicht zwangsläufig für einen künftigen Beruf notwendig sind", heißt es in dem Karlsruher Beschluss. Aus gleichem Grund umfasse die Erstausbildung auch noch die Unterhaltspflicht der Eltern.