"Ob Souvenirhandel oder ein Online-Shop für Markenschuhe: Der Mann, in den ich verliebt war, hatte viele Geschäftsideen. Leider funktionierte keine. Ich lernte ihn vor fünf Jahren kennen. Er wollte einen Verleih für Luxusautos eröffnen, sagte er und präsentierte sich als charmanter Unternehmer im Anzug und mit Türaufhalten. Ich kenne tatsächlich Menschen, die sich hochgearbeitet haben, heute Zeitarbeitsfirmen oder Restaurantketten leiten, daher glaubte ich ihm. Dabei konnte er nicht einmal die Rechnung für die Garage bezahlen, die er für den Verleih mieten wollte. Immer wieder versuchte er mir ein schlechtes Gewissen zu machen, und immer wieder gab ich ihm Geld, obwohl ich das am Anfang gar nicht wollte. Ich bin oft in Vorkasse gegangen. Wir haben zum Beispiel viel auf einen Schlag eingekauft, Markenklamotten im Wert von 5.000 Euro. Der Plan war, sie teurer auf eBay weiterzuverkaufen, aber das hat natürlich nicht geklappt – und die Rechnungen konnte ich nicht bezahlen. Ich nahm Kredite bei verschiedenen Banken auf. Um meine Miete zu zahlen, jobbte ich nach den Vorlesungen und zapfte Bier oder verkaufte Würstchen. Nebenbei habe ich mich darum gekümmert, mit all den Firmen, bei denen wir verschuldet waren, Ratenzahlungen zu vereinbaren.