Das Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) erforscht Kooperation und Konflikte in und zwischen den Gesellschaften der Länder des Ostseeraums.

Viele und verschiedene Brücken verbinden die Ostseeanrainer.

Der Ostseeraum gehört zu den aktuell am weitesten integrierten maritimen Kulturräumen der Welt. Zur Integration tragen Institutionen wie der Ostseerat, der intensive Austausch von 225 Universitäten und Forschungseinrichtungen im Baltic-University-Programm sowie die EU-Strategie für den Ostseeraum (EUSBSR) bei. Die Initiativen können zurückgreifen auf historische Verflechtungen und kulturelle Beziehungen zwischen den Ostseeanrainern seit der Hansezeit.

Die historischen Entwicklungen machen den Ostseeraum seit Jahrzehnten für die Wissenschaft zu einem attraktiven Forschungsgegenstand. Internationale Forschungsprojekte sowie weltweite politische und gesellschaftliche Entwicklungen werfen dabei neue und hochrelevante Fragen auf: Wie wirkt der Klimawandel auf die Wasserqualität der Ostsee und wie können alle Anrainer dazu bewegt werden, das Meer vor Schadstoffen zu schützen? Wieso fördern einige Anrainer erneuerbare Energien, während andere die Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe erneuern? Was stärkt populistische Bewegungen im Norden und was stärkt die Demokratien?

Die Universität Greifswald ist seit Jahrhunderten dem Ostseeraum eng verbunden. Vor diesem Hintergrund erforschen Greifswalder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktuell in einem einzigartigen Zusammenspiel von fremdsprachlichen Philologien der Ostseeanrainer, Geschichte, Politik, Kunst- und Naturwissenschaften die kulturellen Wandlungsprozesse und ihre Herausforderungen für die Gesellschaften zwischen dem Golf von Finnland, dem Bottnischen Meerbusen und dem Öresund. Kern dieser interdisziplinären Forschung ist das aktuell vom BMBF geförderte Interdisziplinäre Forschungszentrum Ostseeraum (IFZO) mit seinen sechs Forschungsclustern:

  • "Internationale Beziehungen und Sicherheit" mit Fragen zu der Sicherheitsarchitektur des Ostseeraums und deren diplomatischer Gestaltung zwischen Russland, dem Baltikum und den USA.
  • "Neue Nationalismen" mit Fragen zu den rhetorischen und medialen Strategien und zu den Narrativen populistischer Bewegungen und Parteien in den Staaten des Ostseeraums.
  • "Nachhaltigkeit" mit Fragen zu nachhaltigem Handeln und der Vermittlung der hierfür benötigten Kompetenzen.
  • "Regionale Entwicklung und Ländliche Räume" mit Fragen zu den Verbreitungswegen von Innovationen im ländlichen Raum und – damit verbunden – der Zukunft der Daseinsvorsorge.
  • "Zur Gegenwart des kulturellen Erbes" mit Fragen zu der Wahrnehmung eines gemeinsamen kulturellen Erbes der Ostseegesellschaften, seiner Definition und Formen der Vermittlung.
  • "Energie" mit Fragen zur künftigen Energieversorgung vor dem Hintergrund der gewünschten Energiewende.


Studierende werden in Bachelor- und Masterseminaren in die Erforschung des Ostseeraums eingebunden. Mit einer exzellenten Graduiertenförderung werden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als kommende Forschungsgeneration mit einer besonderen Expertise für den Ostseeraum ausgebildet.

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