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Hessen

ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen, vor allem aber auch ein bedeutender Standort für die Wissenschaft: Hier haben dank einer attraktiven Infrastruktur große Forschungseinrichtungen der Europäischen Union und des Bundes ihren Sitz: das Europäische Operationszentrum für Weltraumforschung (ESOC) in Darmstadt, das Paul-Ehrlich-Institut/Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in Langen und der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Zur Grundlagenforschung wie zum Wissens- und Technologietransfer tragen auch 12 Standorte der Fraunhofer-Gesellschaft bei, zwei Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, sechs Ableger der Leibniz-Gemeinschaft und sieben Dependancen der Max-Planck-Gesellschaft. Und: In Hessen existiert ein eigenständiges und unbefristetes Förderprogramm zur Umsetzung der "Strategie Europa 2020": Die Landes- Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) hat zwischen 2008 und 2016 rund 671 Mio. Euro für die Förderung wissenschaftlicher Verbundvorhaben bereitgestellt. 2017 betrug das LOEWE-Budget rund 58 Mio. Euro.

Schwerpunkte der sechs Exzellenzprojekte, mit denen Hessen bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erfolgreich war, sind Medizin/Life Science, Ingenieurwissenschaften und Kulturwissenschaften. Besonders gefragt sind an Hessens 14 Hochschulen Biologie und Lebenswissenschaften. Dazu gehoren Biologie, Biotechnologie, Chemie, Medizin und Pharmakologie. Die drei Universitäten in Frankfurt, Gießen und Marburg sind an mehreren biowissenschaftlichen Sonderforschungsbereichen beteiligt und konnten jeweils einen Partnerstandort der vier neuen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten sowie Krebs- und Lungenerkrankungen gewinnen.

 

Rheinland­-Pfalz

ist nicht nur reich an Weinanbaugebieten, Kirchen, Burgen und Schlössern, sondern verfügt auch über ein erfolgreiches Hochschulsystem. So konnte das Land im Bereich der Physik seine Spitzenposition im Bereich Exzellenzcluster PRISMA/PRISMA+ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ausbauen. Seit 2014 sind dort zehn neue Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) entstanden. Im DFG-Förderatlas 2018 belegt die JGU den Spitzenplatz in den Naturwissenschaften. Das verdankt sich zuvorderst der Mainzer Physik mit ihrem Exzellenzcluster und Sonderforschungsbereich im Forschungsfeld "Teilchen, Kerne und Felder" und im Forschungsfeld "Physik der kondensierten Materie".

Die grenzüberschreitende Europaregion Saar-Lor-Lux (Saarland, Lothringen, Luxemburg), in der unter anderem vier Universitäten und sieben Fachhochschulen angesiedelt sind, beweist auch auf anderen Gebieten Exzellenz: Im DFG-Förderatlas 2018 konnte die Universität Koblenz-Landau bei den Erziehungswissenschaften (Platz 1) und in der Wasserforschung (Platz 4) große Erfolge verbuchen. Internationale Anerkennung erntet das Forschungsinstitut Translationale Onkologie (TRON GmbH) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität. In Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) initiierte das TRON jüngst die Gründung des Helmholtz-Instituts für Translationale Onkologie, das HI-TRON Mainz. Es soll eines der weltweit führenden Zentren für personalisierte Krebsimmuntherapie werden.

Ein weiteres Beispiel einer Neugründung bietet das Deutsche Resilienz Zentrum in Mainz, das sich mitten im Aufnahmeverfahren in die Leibniz-Gemeinschaft befindet. Im Zentrum der Forschung steht hier die Frage, wie die psychische Gesundheit während krisenhafter Ereignisse oder danach aufrechterhalten bzw. wiederhergestellt werden kann.

 

Das Saarland,

zweitkleinstes Bundesland nach Bremen, lockt mit dem Slogan "Großes entsteht immer im Kleinen". Tatsächlich genießt die "Saarbrücker Informatik" im Umfeld der einzigen Universität des Saarlands mit Sitz in der Hauptstadt Saarbrücken und in Homburg Weltruf. So zählt der Saarbrücker "Saarland Informatics Campus" mit 800 Wissenschaftlern und 1.900 Studierenden aus 81 Nationen zu den international führenden Standorten für Informatik und künstliche Intelligenz: mit sechs Forschungsinstituten, drei vernetzten Fachbereichen und 16 Studiengängen. Zudem ist Saarbrücken neben Kaiserslautern und Bremen Sitz des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH). Rund um Cybersicherheit wird hier an zwei Max-Planck-Instituten geforscht – und im Zentrum für Informationssicherheit (CISPA), einer neuen nationalen Einrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft.

Viel beachtet wird auch die Arbeit des Innovations-Zentrums INM am Campus Saarbrücken: Dort ist die Entwicklung neuer Materialien eingebettet in eine institutionenübergreifende Forschung an den Schnittstellen von Medizin, Biologie, Pharmazie, Informatik, Physik und Chemie. Infektionskrankheiten sowie neue Diagnoseverfahren, Wirkstoffe und Therapien stehen dagegen im Fokus am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI).

Aufgrund seiner Historie beweist das Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Deutschland große Expertise im Angebot an grenzüberschreitenden Studien: So bietet das Europa-Institut in Saarbrücken, das zweitälteste Institut seiner Art, den international renommierten Masterstudiengang "Europäisches und Internationales Recht" an. Die europaweit einzigartige Saarbrücker Deutsch-Französische Hochschule (DFH) ist ein Verbund aus 194 deutschen und französischen Einrichtungen, der 180 bi- und trinationale Ausbildungsprogramme offeriert. Mehrsprachigkeit prägt auch das ebenfalls in Saarbrücken angesiedelte Deutsch-Französische Hochschulinstitut für Technik und Wirtschaft (DFHI), das als älteste und größte Hochschulkooperation beider Nationen gilt.


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