Lukas* möchte Arzt werden. Er ist 27 Jahre alt und hat das dritte Staatsexamen in Medizin gut bestanden. Doch diese Voraussetzungen reichen bei vielen Bewerbungen nicht. Denn Lukas ist konfessionslos und so hat er in vielen Krankenhäuser in Deutschland keine Chance, einen Job zu ergattern.

40% der deutschen Krankenhäuser stehen unter christlicher Trägerschaft, d.h. sie werden von der Kirche mitfinanziert. In Nordrhein-Westfalen - wo sich Lukas überwiegend bewirbt - sind sogar knapp 320 der über 450 Einrichtungen sogenannte freigemeinnützige Krankenhäuser, die konfessionelle Mitarbeiter einstellen. "Ich kann mich deshalb fast nur an öffentlichen und privaten Krankenhäusern bewerben", meint Lukas. "Und das bedeutet für mich eine große Einschränkung und geringere Chancen auf eine gute Facharztausbildungsstelle."

Wie Lukas geht es vielen Jobsuchenden. Ein ordentlicher Studienabschluss und Soft-Skills genügen bei vielen Berufen nicht, die Mitgliedschaft in der Kirche ist bei konfessionellen Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten ebenfalls Bedingung für eine Einstellung.

Horst Kugelmeier ist Geschäftsführer des katholischen St. Elisabeth-Krankenhauses Köln-Hohenlind. Wer sich hier auf eine freie Stelle bewirbt, muss einer Glaubensrichtung angehören. Dabei ist die Konfession nicht unbedingt entscheidend, auch andere Glaubensrichtungen sind im St. Elisabeth-Krankenhaus vertreten. "Aber wir haben keine Mitarbeiter, die gar keiner Glaubensrichtung angehören", sagt Kugelmeier. Lediglich Führungspositionen werden nur mit katholischen Bewerbern besetzt.