Im Sommer 2005 herrschte an der Donau-Universität in Krems reges Treiben. Musiker,  Betriebswirte, Toningenieure, Songschreiber und ein bekannter DJ versammelten sich in der österreichischen Wachau, um sich für einen im deutschsprachigen Raum einmaligen Aufbaustudiengang einzuschreiben. Knapp 20 Studenten zwischen 22 und 50 Jahren aus ganz Europa entschieden sich für das Studium des Musikmanagements. Sie alle wollten lernen, wie sich Musik vermarkten lässt. Campus der Uni Krems: Wer als Musiker erfolgreich sein will, sollte auch Management-Qualitäten haben © www.sticklerfotografie.at

Ursula Haselböck ist eine von ihnen. Fertig mit ihrem Germanistikstudium und noch mitten im Cello-Studium war sich die Wienerin sicher, dass sie ohne fundierte Ausbildung im Musikmanagement keine Chance haben wird, sich später als Festivalmanagerin oder als Musikmanagerin in einem Konzerthaus zu profilieren.

Als berufsbegleitender Studiengang kommen die Studenten pro Semester an drei Wochenmodulen in Krems zusammen. Dabei fließen neben der Vermittlung von musiktheoretischen, ökonomischen und rechtlichen Kompetenzen auch kommunikative und praxisbezogene Aspekte mit in die deutsch-englische Ausbildung ein.

Denn wer sich in der heutigen Musikbranche durchsetzen will - sei es nun als Künstler oder als Manager - der muss den rapide wachsenden globalen Markt begreifen und sich dafür qualifizieren. Dies jedenfalls prophezeit Gerhard Gensch, der den Studiengang mitgründete. "Quereinsteiger werden es immer schwerer haben", ist er sich sicher. "Ein Musikmanager braucht heutzutage genauso eine Allroundausbildung wie der Leiter eines Streichquartetts oder ein erfolgreicher DJ. Nur dann kann man sein Talent richtig im Markt positionieren, Verträge verstehen und die Beziehungen zwischen Musik und Gesellschaft begreifen", sagt er. "Der Musikmanager von heute braucht neben einer künstlerische Persönlichkeit auch unbedingt eine Managementpersönlichkeit". Gerhard Gensch: "Quereinsteiger wird es nicht mehr geben"© Donau-Universität Krems BILD

Für Ursula Haselböck, die mittlerweile im dritten Semester studiert, hat sich die Entscheidung schon während des Studiums ausgezahlt. Alle paar Wochen pendelt sie von Wien nach Krems. Oft trifft sie sich abends mit Kommilitonen. Dann arbeiten die Studenten an Projekten oder lernen für Prüfungen. Denn zwischen den Wochenmodulen arbeiten oder studieren sie woanders. Einige müssen ihren kompletten Jahresurlaub auf die Wochen in Krems aufteilen.

In Krems, glaubt Ursula, kann sie sich auf ihre Karriere in der Musikbranche konzentrieren. Besonders begeistert ist sie von den vielen Projektarbeiten, die in einer derart gemischten Gruppe wie in Krems quasi doppelt lehrreich ausfallen. "Wenn man uns alle in einen Raum sperren würde, wäre das allein wegen unserer unterschiedlichen Backgrounds schon wahnsinnig spannend."