Semesterferien, endlich alle Klausuren geschafft. Das Essen in der Mensa und der Kaffee im Uni-Café schmecken vielen Studenten dann gleich viel besser. So auch Heiner Roskorten, VWL-Student in Göttingen. "Nach dem Essen einen Kaffee und eine Zigarette - das gehört einfach dazu."

Doch mit dieser studentischen dolce vita ist es nicht nur an der Universität Göttingen vorbei. In vielen Hochschulen und Einrichtungen der Studentenwerke - Mensen, Cafés und Wohnheimen - herrscht striktes Rauchverbot. "Das geht einfach nicht, das nimmt mir die Gemütlichkeit", beschwert sich Heiner Roskorten. Doch er akzeptiert das Verbot: "Ich kann verstehen, dass die Uni das so durchgesetzt hat".

Doch nicht alle Studenten zeigten sich so einsichtig, an Beschwerden habe es anfangs nicht gemangelt, erzählt Christina Wathling-Peters, Geschäftsführerin des Studentenwerks Göttingen. "Wir haben Ärger in Kauf genommen, schließlich ist das Studentenwerk auch für gesundheitliche Fragen verantwortlich." Die Mehrheit der Studierenden seien Nichtraucher und begrüßten deshalb das Rauchverbot.

Genau wie die Mitarbeiter in den Cafés. "Das ist jetzt äußerst angenehm. Die Luft ist besser, alles ein bisschen frischer - und es ist auch wesentlich sauberer geworden." Jutta Koptula, Buffetkraft des Studentenwerks Göttingen, ist ebenfalls Nichtraucherin und froh, keine vollgeaschten oder umgekippten Aschenbecher mehr von den Tischen im "Café Central" räumen zu müssen. Die ehemalige Raucherecke bleibe seit diesem Semester zwar oft leer, doch ihren Kaffee zur Kippe holten sich die Raucher trotzdem. "Die stehen dann draußen auf der Terrasse", erzählt Koptula. "Und das bei jedem Wetter."