Professoren der Technischen Fachhochschule Gelsenkirchen stehen im Verdacht, seit Jahren für die Hochschule bestimmtes Geld von Land, Bund und EU auf Konten von Scheinfirmen umgeleitet und sich privat bereichert zu haben. Der Schaden liege in einstelliger Millionenhöhe, sagte am Donnerstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum, Eduard Güroff. Außer drei um die 50 Jahre alte Akademiker sei ein jüngerer Wissenschaftler in Haft gekommen, der nicht mehr zur Hochschule gehört.

Insgesamt gehe es um Fördersummen im zweistelligen Millionenbereich, sagte Güroff. Medien berichteten von Subventionen von bis zu 18 Millionen Euro seit 2002. Die Professoren hätten aber nicht das gesamte Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet, sondern einen Teil antragsgemäß verwendet. Der Vorwurf lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Subventionsbetrug.

Eine Freilassung der Akademiker kommt laut Staatsanwaltschaft vorerst nicht in Frage. Die Wissenschaftler schwiegen derzeit zu den Vorwürfen. Hochschulrektor Peter Schulte zeigte sich "zutiefst schockiert". Der Ruf der Hochschule mit über 6.000 Studenten und 500 Professoren und Mitarbeitern dürfe nicht unter den Taten einiger weniger leiden.

Die Behörden ermitteln laut Güroff schon seit Jahren an dem Fall. Auslöser sei eine  anonyme Anzeige aus dem Umfeld der Fachhochschule gewesen. Am Dienstag hatten die Ermittler der Bochumer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität dann die Verdächtigen verhaftet sowie rund 20 Büro- und Geschäftsgebäude in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern durchsucht.