Markus Voeth vom ZEIT Campus-Expertenrat meint dazu :

"Natürlich müssen Studiengebühren auch zum Teil zur Eliteförderung eingesetzt werden dürfen. Immerhin ziehen etwa aus Studiengebühren finanzierte Stipendien für Auslandsstudiensemester für die Besten oder Geldpreise für die TOP-Absolventen eines Masterstudiums die Besten von überall an.

Davon haben letztlich alle Studierende einer Hochschule etwas, da das Ansehen der Hochschule steigt, was die Arbeitsmarktchancen auch der weniger guten Absolventen verbessert.

Wir sollten in Deutschland endlich einen weniger verklemmten Umgang mit Elite-Förderung entwickeln. In den so oft über den grünen Klee gelobten USA wäre eine solche Diskussion unvorstellbar."

Rolf Schulmeister , ebenfalls Mitglied im ZEIT Campus-Expertenrat , sagt :

"Viele Stiftungen, Verlage und sogar Firmen belohnen im Studium erbrachte besondere Leistungen wie ausgezeichnete Masterarbeiten oder Dissertationen durch Preise. Wenn das Elite-Förderung genannt werden darf, bin ich durchaus dafür. Mit diesen Preisen werden Individuen für ihre außergewöhnliche Leistung belohnt. Ich hielte es sogar für wünschenswert, wenn derartige Auszeichnungen systematisch durchgeführt werden würden.

Damit aber nicht vergleichbar finde ich die Idee einiger Universitäten, pauschal eine Gruppe von Studienanfängern aufgrund ihrer Abiturnoten von den Studiengebühren zu befreien. Hierdurch werden nicht Individuen belohnt, sondern zwei Klassen gebildet, diejenigen, die die Studiengebühren aufgrund vor dem Studium erbrachter Leistungen erlassen bekommen, und diejenigen, die für ihr Studium zahlen müssen.