Auch potenzielle Existenzgründer könnten von berufsbegleitenden MBA-Programmen profitieren, allen voran bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Doch noch gibt es kaum geeignete Angebote.

In Frankfurt an der Oder lebt ein erfolgreicher Geschäftsgründer aus der Medizin-Branche. Vor Jahren ging er abends immer über die Oder-Brücke zum berufsbegleitenden MBA-Programm der Viadrina Universität , das im polnischen Slubice standfand. Still und heimlich ging er, so dass keiner seiner Angehörigen und Mitarbeiter das Nebenbei-Studieren registrierte. Erst als er den MBA-Titel in der Tasche hatte, gab er zu, dass er sich nebenbei weitergebildet hatte.

So wie diesem Ostdeutschen geht es vielen Existenzgründern. Sie haben eine durchaus pfiffige, zukunftsträchtige Geschäftsidee, doch von Management oder Betriebswirtschaft leider keine Ahnung. Viele scheitern, weil sie ein Unternehmen nicht tragfähig führen oder keinen geeigneten Partner mit Geschäftsführungsqualitäten finden können.

Abhilfe könnte dabei ein MBA-Studium leisten. Mittlerweile gibt es sogar einige spezielle MBA-Programme, in denen die Vorbereitung aufs eigene Unternehmen neben der Vermittlung klassischer Managementmethoden im Mittelpunkt steht.

Diese Programme sollten jedoch Theorie und Praxis der Unternehmensgründung verbinden. So betont Günter Faltin, Professor für Entrepreneurship der FU Berlin , "Gründen hat mit mehr als nur dem Einüben von Betriebswirtschaft zu tun". Auch Matthias Raith, Leiter des Zentrums für Entrepreneurship an der Universität Magdeburg , merkt an, dass MBA-Programme für Gründer nur funktionieren, wenn sie die Teilnehmer durch einen methodischen Prozess unterstützen: "Die Idee muss Schritt für Schritt analytisch begleitet werden und zwar so lange, bis am Ende ein bankreifer Businessplan steht. Es geht nicht darum, den Begriff Entrepreneurship nur akademisch zu vermitteln."

In Deutschland gibt es etwa 50 Professoren für Entrepreneurship. Der Begriff wird dabei für Unternehmertum, unternehmerische Einstellung wie auch Existenzgründung verwendet. Doch auch wenn die deutschen Hochschulen inzwischen mehr für potentielle Firmenchefs tun - es gibt an etwa 65 Hochschulen Veranstaltungen für zukünftige Gründer - nehmen die berufsbegleitenden MBA-Angebote für Existenzgründer nur einen geringen Teil ein. Und das, obwohl solche Weiterbildungsangebote auch Entwicklungschancen für ältere Arbeitnehmer bieten, etwa für Ingenieure.

"Mit dem MBA kann man sich auf eine neue Karriere vorbereiten und/ oder eine eigene Geschäftidee entwickeln", sagt der Gründungsspezilist Raith. Er plant, am Magdeburger Gründerzentrum ein eigenes MBA-Angebot einzurichten, um berufstätige Existenzgründer zu fördern, die entweder ihre eigene Businessidee zum Laufen bekommen wollen oder schon ein eigenes Unternehmen gegründet haben, aber dafür noch fachmännische Unterstützung brauchen.

Die Technische Universität München (TUM) ist da schon weiter. Im Mai startet ein neues Entrepreneur-Programm. Partner des Executive MBA in Innovation & Business Creation sind neben der TUM Business School auch die Handelshochschule Leipzig und die UnternehmerTUM GmbH , die seit 2002 das unternehmerische Denken und Handeln der Studierenden und Wissenschaftler an der TUM fördern soll.