Nicht alles, was schiefgehen kann, geht schief. Aber manches. Experten und Promovierende über Krisenmanagement.

Promotion

Katastrophe 1: Das Equipment geht kaputt

"Ich bin Ingenieurwissenschaftlerin und forsche zu Supraleitern. Das sind Plättchen, die Strom extrem gut leiten und deshalb zum Beispiel in Antennen und medizinischen Messgeräten verbaut werden. Die Plättchen sind mit einem Film aus winzigen Kristallen überzogen, die eine bestimmte Struktur haben müssen, je nachdem, wofür sie genutzt werden. Diese Struktur wird in den Kristallfilm hineingelasert. Ich untersuche, was genau beim Lasern passiert. Wird dabei zum Beispiel das Material der Plättchen beschädigt?

Ein wichtiges Tool ist ein Gerät, das misst, ab welcher Stromspannung im Supraleiter elektrischer Widerstand entsteht. Ich war gerade mal bei Experiment Nummer zehn, als das Messgerät sich plötzlich ausschaltete, ein Kurzschluss. Eine Firma, die die Reparatur übernehmen konnte, gab es nicht, denn das Gerät war zehn Jahre zuvor von einem anderen Doktoranden gebaut worden. Also habe ich es mithilfe eines Kollegen aus meinem Fachbereich selbst repariert.

Als ich endlich weitermachen konnte, zack, der nächste Kurzschluss. So ging es weiter. Als wir alle Schwachstellen behoben hatten, ging der Schalter kaputt, um das Gerät anzumachen. Es war inzwischen schon ein halbes Jahr vergangen, ohne dass ich mit meinen Messungen vorangekommen war. Ich beschloss, das Messgerät einfach neu zu bauen.

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Dafür suchte ich erst mal den Mann, der das alte gebaut hatte. Er hatte die Schaltpläne noch, an denen ich mich orientieren konnte. Bevor ich mit der Konstruktion begann, ließ ich mir von meinem Betreuer noch mal spezielle Löttechniken zeigen. Schnell voran ging es trotzdem nicht: Manchmal musste ich drei Wochen lang auf ein Ersatzteil warten, weil die Uni die Bestellung erst genehmigen musste oder weil das Teil nicht direkt lieferbar war.

Bis ich meine ersten Messungen mit dem Gerät machen konnte, dauerte es ein weiteres halbes Jahr. Dabei stellte ich dann allerdings fest: Es gab Probleme mit der Verbindung zum Computer. Das Labor kaufte einen neuen Adapter, der dann aber nicht mehr mit der Software kompatibel war, die die Messungen dokumentieren soll, also musste das Programm umgeschrieben werden. Dabei konnte mir ein Freund helfen, der Softwareingenieur ist. Ich hätte für die Umprogrammierung Monate gebraucht, dank ihm war das innerhalb weniger Tage erledigt. Ein Glück. Trotzdem lag ich bereits viele Monate hinter meinem Zeitplan.

Als ich mit der Promotion begann, hatte ich alle diese Probleme natürlich nicht eingeplant. Inzwischen sind schon drei Jahre vergangen, ich würde sagen, mir fehlen noch 25 Prozent zur Fertigstellung meiner Dissertation. Vor Kurzem lief mein Stipendium aus. Vorher habe ich versucht, so viele Experimente wie möglich durchzukriegen, damit ich schnell die Auswertung beenden und schreiben kann. Ich habe etwas Geld gespart, so komme ich noch ein paar Monate über die Runden."

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Katastrophe 2: Das Geld ist Alle

ZEIT Campus: Frau Hillebrand, was kann man tun, wenn das Stipendium ausläuft?

Helke Hillebrand: Die Stipendien der Förderwerke kann man auf maximal vier Jahre verlängern. Danach kann man es bei kleinen Förderern probieren. Für die letzte Phase vergeben viele Unis Abschlussbeihilfen für einige Monate, das sind meist zwischen 600 und 1000 Euro brutto im Monat.

ZEIT Campus: Und wenn der Vertrag ausläuft?

Hillebrand: Wenn es am eigenen Lehrstuhl keine Anschlussstelle gibt, kann man auch in benachbarten Abteilungen in der Uni anfragen, zum Beispiel in der Verwaltung oder in der Studienberatung. Für die Karriere ist es natürlich hilfreicher, im Dunstkreis des Forschungsfeldes zu bleiben und dort ein paar Kontakte zu knüpfen.

ZEIT Campus: Worauf sollte man bei Jobs außerhalb der Uni achten?

Hillebrand: Saisonarbeit kann Sinn machen. Ich kenne jemanden, der arbeitet drei Monate als Animateur auf Mallorca und kann sich davon den Rest des Jahres finanzieren. Der Job sollte in jedem Fall entweder flexibel sein, wie etwa Homeoffice mit eigener Zeiteinteilung, oder sehr gut planbar.

ZEIT Campus: Was halten Sie von Studienkrediten?

Hillebrand: Das trauen sich nicht viele, aber wer optimistisch ist, dass er nach der Promotion gut verdient, der kann ruhig darauf zurückgreifen. Bis zum 44. Lebensjahr kann man bei der KfW einen Studienkredit für Promotionsprojekte beantragen. Dort bekommt man bis zu 650 Euro im Monat, die man später allerdings zuzüglich der Zinsen zurückzahlen muss.

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Katastrophe 3: Die Forschung stockt

"Meine drei Kollegen und ich untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen Störungen im Vitamin-A-Haushalt und psychiatrischen Erkrankungen gibt. Um für unsere klinische Studie ein verlässliches Ergebnis liefern zu können, brauchten wir mindestens 165 Probanden: Menschen, die Depressionen haben, aber weder Medikamente nehmen noch zusätzliche Krankheiten haben. Ein gutes halbes Jahr war eingeplant, um die Leute zu finden und die Untersuchung durchzuführen: einmal Blut abnehmen, einen Fragebogen ausfüllen und ein Interview von rund 40 Minuten geben.

Jeden Morgen ging jemand aus unserem Forschungsteam in die Frühbesprechung der Charité, um zu erfahren, ob es einen neuen Patienten gibt, der sich für unsere Studie eignen könnte. Doch die meisten Patienten mit Depressionen nahmen bereits Psychopharmaka. Oder sie hatten noch andere Beschwerden wie Diabetes oder Angststörungen und kamen darum nicht infrage. Nach sechs Monaten fehlten uns immer noch 40 Probanden.

Wir starteten einen Aufruf auf der Charité-Website und hängten in der ganzen Stadt Zettel aus. Daraufhin meldeten sich ein paar Leute. Trotzdem ging uns zwischendurch buchstäblich die Arbeit aus. Mit der Auswertung der Daten kann man eben erst beginnen, wenn das Sample vollständig ist. Wir konnten nur an der Einleitung rumschreiben und warten. Bis wir endlich alle 165 Menschen zusammenhatten, dauerte es ein Jahr. Jetzt sind wir endlich dabei, unsere Ergebnisse auszuwerten."

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Katastrophe 4: Die These platzt

"Nach zwei Jahren Arbeit an der Diss musste ich meine These umwerfen. Meine Theorie war, dass Friedrich Schiller nicht nur ein Poet ist, sondern auch ein Philosoph, und zwar einer, der Rationalität über Gefühle stellt. Eine wichtige Grundlage meiner Arbeit war die Monografie Schiller as Philosopher. A Re-Examination von dem amerikanischen Wissenschaftler Frederick C. Beiser. Ich hatte sein Buch immer wieder gelesen und wollte seine Gedanken in meiner Promotion weiter beleuchten und fortführen. In bestimmten Punkten stellte ich mich gegen Beiser, der sagt, Schiller stelle Gefühle über Rationalität und sei damit ganz anders als Kant. Ich wollte in meiner Arbeit behaupten, dass Schiller Kantianer ist und dass viele seiner Schriften Sinn machen, wenn man annimmt, dass Schiller darin Kants Grundannahmen übernimmt. Dafür hatte ich recht gute Argumente – dachte ich.

Doch eines Nachmittags saß ich im Büro an der Uni, las wieder in Beisers Buch und stellte fest: Meine These konnte gar nicht stimmen! Beiser hatte einen Punkt herausgearbeitet, in dem Schiller und Kant sich fundamental unterscheiden, nämlich in ihrem Verständnis von Ethik und Ästhetik. Unruhig bin ich noch einmal an Schillers Texte gegangen und habe versucht, Stellen zu finden, die meine These doch noch belegen. Ich fand sie nicht. Was ich vorher für Beweise gehalten hatte, schien nun wertlos, weil sie Beiser nicht widerlegten. Am liebsten wäre ich aufgesprungen und hätte geschrien. Ich war an dem Punkt, an dem ich dachte, mein Grundgerüst sei fertig und ich müsste nur noch Feinheiten klären. Nun stürzte es ein. Zuerst dachte ich: Ich muss die vergangenen zwei Jahre Arbeit beiseiteschieben und komplett von vorne beginnen. Als ich es meinen Freunden erzählte, waren sie auch bestürzt. Eine Woche lang beschäftigte ich mich gar nicht mit dem Thema und las Romane, darunter Jeder stirbt für sich allein von Hans Fallada.

Aber dann rappelte ich mich auf. Ich ging wieder ins Büro, wälzte wieder die Werke von Kant und Schiller und arbeitete an meiner These, die lautet nun: dass Kant wichtig war für Schiller, aber dass er andere Dinge in den Vordergrund rückte. Der gleichen Ansicht wie Beiser bin ich damit trotzdem noch nicht. Im Nachhinein kann ich sagen, dass meine Krise vielleicht ein normaler Schritt auf dem Weg zur wissenschaftlichen Erkenntnis war. Ich werde insgesamt ein halbes Jahr länger brauchen als gedacht und musste eine Verlängerung für mein Stipendium beantragen, aber in einem Jahr will ich fertig sein."

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Katastrophe 5: Jemand publiziert zum gleichen Thema

"Ich forsche zur Reitkunst im 16. und 17. Jahrhundert und dazu, wie Pferde handeln. Nach anderthalb Jahren Promotion fuhr ich auf eine Tagung zu meinem Forschungsbereich in Norwegen: den Human-Animal-Studies. Eine der Keynote-Sprecherinnen sprach über modernes Springreiten. Und sie stellte dieselben Gedanken vor, die auch ich erarbeitet hatte: Pferde äußern ihren Willen gegenüber dem Reiter, zum Beispiel wenn sie treten, buckeln oder stehen bleiben, und besitzen dadurch Handlungsmacht. Im ersten Moment fand ich das toll. Ich fühlte mich bestätigt, dass eine so erfahrene Wissenschaftlerin das Gleiche denkt wie ich. Zum Schluss erwähnte sie ihr neues Buch. Da dachte ich: Scheiße. Wenn diese Ideen schon bald veröffentlicht sind, ist das für mich gar nicht gut!

Ich befürchtete, dass mir Plagiarismus vorgeworfen werden könnte. Ich fragte mich: Wofür lohnte es sich überhaupt noch, die Dissertation zu schreiben? Zu dem Zeitpunkt hatte ich den größten Teil der Quellenarbeit abgeschlossen, aber noch nichts veröffentlicht. Ich überlegte abzubrechen. Mein Betreuer ermutigte mich weiterzumachen. Er gab mir Tipps, wie mit alldem umzugehen ist: Ich werde die andere Wissenschaftlerin erwähnen. Ich kann unsere Ideen vergleichen und reflektieren, aus welchen Gründen wir ähnlich denken. Trotzdem war ich ein halbes Jahr lang ziemlich niedergeschlagen. Inzwischen habe ich mich aber berappelt. Ich werde in meiner Promotion noch eine Menge eigener Akzente setzen können."

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Katastrophe 6: Schreibblockade

ZEIT Campus: Frau Lerche, warum kann es so schwer sein, anzufangen?

Eva-Maria Lerche: Meist gibt es irgendeine Unsicherheit. Eine Doktorandin kann nicht loslegen, weil sie zweifelt, ob ihr Thema relevant ist. Oder ein Doktorand ist entmutigt, weil er harsche Kritik im Kolloquium bekommen hat. Viele haben auch die Vorstellung, man müsse alles direkt druckfertig schreiben können. Davon sollte man sich verabschieden. Eine Dissertation ist viel zu komplex, als dass man sich den Text im Kopf zurechtlegen könnte. Leider sieht man einem fertigen wissenschaftlichen Text nicht an, wie oft er überarbeitet wurde. Selbst ein Prof holt beim Schreiben viel Feedback ein. Wichtig ist: Schreibkompetenz zu haben, das bedeutet nicht, dass man keine Probleme beim Schreiben hat, sondern dass man weiß, wie man mit den Problemen umgeht, wenn sie auftauchen.

ZEIT Campus: Wann wird so eine Blockade gefährlich?

Lerche: Ich würde erst von einer Schreibblockade sprechen, wenn Leute mehrere Monate, manchmal sogar Jahre mit dem Schreiben nicht weiterkommen. Das ist eine unglaubliche Belastung, weil sie die ganze Zeit das Gefühl haben zu versagen. Wenn man merkt, man hat ein Problem, ist es fatal, sich damit zu verstecken. Das erhöht den Leidensdruck. Man muss sich jemandem anvertrauen. Das kann der Betreuer sein, aber auch eine gute Freundin oder ein Kollege, der mal ähnliche Schwierigkeiten hatte, eine professionelle Schreibberaterin oder ein Coach. Es gibt Strategien, um loszuschreiben – auch wenn die Gedanken noch unfertig sind.

ZEIT Campus: Welche Techniken gibt es?

Lerche: Zum Beispiel: Stift und Papier nehmen, den Timer auf 10 bis 20 Minuten setzen und sich ein Thema vornehmen, etwa ein Kapitel, an dem man gerade arbeitet. Nun schreibt man assoziativ auf, was einem dazu einfällt, möglichst ohne den Stift abzusetzen. Entscheidend ist, dabei nicht auf Struktur und Satzbau zu achten oder darauf, ob das gute Gedanken sind oder nicht. Erst wenn die Zeit abgelaufen ist, gucke ich mir an: Was davon gefällt mir, und was kann ich verwenden? Das übernehme ich dann. Wenn nichts dabei ist, auch okay. Auch wenn man dann an der Dissertation schreibt, kann man im Kopf haben: Es muss nicht sofort perfekt sein! Man kann alles noch einmal überarbeiten, inhaltlich, strukturell und auch stilistisch, Absatz für Absatz.

ZEIT Campus: Oft ist es schon schwer zu überblicken, womit man überhaupt anfangen soll. Haben Sie einen Struktur-Tipp?

Lerche: Ich arbeite gerne mit Post-its. Zum Beispiel nehme ich mir ein Kapitel vor und schreibe jeden Aspekt, der in ein Kapitel muss, auf einen Klebezettel. Dann versuche ich, diesen im zweiten Schritt eine sinnvolle Reihenfolge zu geben. Für solche Sachen kann man auch das Büro verlassen und in der Küche, im Café oder im Park arbeiten. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn jemand mit dem Schreibtisch im Moment vor allem Negatives verbindet, weil man dort nicht weiterkommt.

ZEIT Campus: Gibt es noch etwas, worauf man achten kann, wenn man mal im Flow ist?

Lerche: Die Pausen nicht vergessen! Schreiben erfordert eine hohe Konzentration, und die hat man nicht rund um die Uhr.

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Katastrophe 7: Der Zeitplan wird gesprengt

ZEIT Campus: Herr Stamm, Experimente floppen, die These platzt, und jetzt kann man den Zeitplan nicht mehr einhalten. Was tun?

Jan Stamm: Das ist normal. Das ist Forschung. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Die Möglichkeit, die den meisten einfällt: alles strecken, nach hinten schieben, Promotionsdauer verlängern. Das würde ich aber nur empfehlen, wenn eine sehr gute Promotion entscheidend für die Karriere ist. Oder wenn die Promotion als Ganze gefährdet wäre, also wenn man das Gefühl hat, man würde nicht bestehen, wenn man die Arbeit in dem Zustand abgibt, in dem sie ist. Man muss überlegen: Habe ich wirklich noch gar keine Erkenntnisse? Und wenn ich noch ein Jahr dranhänge – wäre das wirklich so ein großer Unterschied für die Qualität der Arbeit? In dem Fall gibt es andere, vielleicht bessere Möglichkeiten: priorisieren und pragmatisch werden.

ZEIT Campus: Was ist Ihr Tipp zum Priorisieren?

Stamm: In meinen Workshops arbeiten wir mit der sogenannten Eisenhower-Matrix. Sie hat die Achsen Wichtigkeit und Dringlichkeit. Bei fast allen Doktoranden steht das Promotionsprojekt weit oben auf der Achse der wichtigen Dinge. Dringlich sind andere Aufgaben: etwas für den Chef erledigen, E-Mails beantworten. Viele Doktoranden verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit Aufgaben, die dringlich, aber nicht wichtig sind. Das ist ungünstig. Wichtigkeit ist das bessere Kriterium, um zu priorisieren. Die wichtigen Dinge für die Promotion müssen als Erstes erledigt werden, andere Leute kann man dann ruhig mal eine Woche vertrösten. Und mit alltäglichen E-Mails sollte man eh weniger Zeit verbringen und sie nur so knapp und schnell wie möglich beantworten. Für ein besseres Zeitmanagement ist es auch gut zu wissen, zu welcher Tageszeit man am produktivsten arbeiten kann. Diese Zeit sollte man für die wichtigen, schwierigen Dinge nutzen. So kommen die meisten schneller voran, als wenn Sie die Hochleistungsphase mit Kleinkram oder E-Mails vertrödeln.

ZEIT Campus: Und wie geht Pragmatismus?

Stamm: Etwas abschließen, obwohl man das Ergebnis theoretisch noch verbessern könnte. Das fällt vielen Doktorandinnen und Doktoranden schwer. Vom Typ her landen in der Wissenschaft eher Perfektionisten. Und sie vergleichen sich mit den großen Namen ihrer Disziplinen. Um eine Promotion zu bestehen, muss man kein Nobelpreiskandidat sein. Ich würde raten: Lesen Sie andere Dissertationen. Oft werden Sie denken: So großartig ist das nun auch nicht. Und wenn das auch für einige Ihrer Kapitel oder am Ende für die ganze Arbeit gilt, geht die Welt nicht unter. Im Gegenteil: Man hat erfolgreich promoviert!

ZEIT Campus: Wie sieht das in der Praxis aus?

Stamm: Sie können sich fragen: Was muss ich unbedingt leisten, um fertig zu werden? Und was wäre nur ein Bonus? Welche Experimente kann ich eventuell weglassen? Viele machen auch den Fehler, gegen Ende der Promotion noch viel Neues lesen zu wollen. Fertig heißt halt nicht perfekt. Fertig heißt für ein Kapitel zum Beispiel: Das ist ein solide geschriebener, wissenschaftlich korrekter Text, den man von vorne bis hinten lesen kann. Das heißt nicht, dass ich in Fußnote 17 noch einen genialen Gedanken unterbringen muss.

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