Die Ashridge Business School in Großbritannien erfüllt alle Bedingungen einer guten MBA-Ausbildung - und so manchen Traum einer gestressten Managerseele. Auftakt einer Serie über die schönsten MBA-Schulen

Ein MBA-Studium ist stressig - warum also nicht dort lernen, wo es exotisch, idyllisch, also schlichtweg schön ist. Schließlich soll das Management-Training auch Spaß machen.
In einer neuen Serie stellt ZEIT Campus online MBA-Programme an attraktiven Studienplätzen vor. Den Anfang macht die Ashridge Business School in Großbritannien.

Gabriele Silver ist voreingenommen - alles andere wäre auch eine Überraschung. "Ashridge ist die schönste Business School der Welt", sagt die Deutsche, die als Team Leader bei der englischen Privatuniversität arbeitet und schon so lange in England lebt, dass sie sich einen entzückenden Akzent zugelegt hat.

Und tatsächlich, wer das verwunschene Areal des Ashridge College samt seines malerischen Parks betritt, glaubt sich in einer Szenerei irgendwo zwischen Miss Marple, Rosamunde Pilcher und Harry Potter. Im Kern ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert, residierten hier bereits Heinrich VII und Elisabeth I. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es durch neugotische und moderne Bauten ergänzt. Heute treffen sich hier MBA-Studenten aus 15 Nationen und allen denkbaren Branchen.

Die "schönste Business School" hat dabei durchaus ihren Preis. Wer hier, 50 Kilometer nordwestlich von London, in der Grafschaft Herfordshire, einen Vollzeit-MBA über ein Jahr absolvieren will, muss 29 500 Pfund, ca. 42 000 Euro, anlegen. Und kommt dabei aber auch in den Genuss der "Ashridge Experience", einer Melange aus pittoresker Landschaft, höchster Professionalität, praxisnaher Ausbildung, glänzenden Dozenten und fast familiärer Atmosphäre. Kleine Kurse dominieren, höchstens 35 Leute lernen hier zusammen.

"Das Umfeld ist ideal", sagt auch Kai Peters. Der Deutsch-Kanadier ist seit 2003 Präsident der Business School und glaubt, dass die Atmosphäre in Ashridge sich positiv auf die Zufriedenheit der Management-Zöglinge auswirkt. Selbst das Essen sei gut, schmunzelt der Schulleiter, und so hätten die meisten MBA-Absolventen nach ihrem Abschluss nicht nur an Erfahrung, sondern auch an Pfunden zugelegt.

Neben den weichen Faktoren überzeugen auch die harten Fakten: Die Hochschule ist akkreditiert nach EQUIS, AACSB und AMBA; sie bietet einen Vollzeit-MBA und ein Teilzeitprogramm (Executive MBA), das in 24 Monaten absolviert wird. In den Rankings ist Ashridge unter den zehn besten europäischen Business Schools zu finden. Der stetige Kontakt zur Wirtschaft schlägt sich auch in den maßgeschneiderten Firmenprogrammen und den Weiterbildungsseminaren für Manager nieder. Zur Zeit studieren 49 Teilnehmer in zwei Kursen im Teilzeit-Programm und 21 Teilnehmer im Vollzeit-MBA-Programm.

Präsident Kai Peters legt Wert auf eine internationale Zusammensetzung der MBA-Kurse und schaut vor allem auf die Berufserfahrung der Teilnehmer. Das spielte auch bei Arndt Küntzel-Sedler eine Rolle, dessen Abschluss an einer Berufsakademie (BA) in Ashridge als Bachelor-Abschluss anerkannt wurde. Denn der heute 27jährige hatte in einer dualen Ausbildung an der Wirtschaftsakademie in Hamburg Medienbetriebswirtschaft studiert und gleichzeitig bei der Universal Music Group gearbeitet. Heute arbeitet er als Produktmanager Musikmerchandising bei der RTL Enterprises GmbH.