Eine Ausbildung im Betrieb ist bekannt, es gibt aber noch weitere Möglichkeiten.

Betriebliche Ausbildung

Der Klassiker unter den Ausbildungsformen dauert im Schnitt drei Jahre. Er wird auch "duale Ausbildung" genannt, weil er an zwei Orten stattfindet. Ein Auszubildender (kurz: Azubi) verbringt ein bis zwei Tage pro Woche in der Berufsschule und drei bis vier Tage im Betrieb. Gezahlt wird abhängig von der Fachrichtung. 2017 erhielten Azubis laut einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung im Schnitt 876 Euro pro Monat. Abiturienten werden von den Betrieben gern genommen. Häufig haben sie Vorteile, weil sie in Fächern wie Englisch, Deutsch oder Mathematik weiter sind als andere. Diese Fächer können sie an der Berufsschule dann oft überspringen und die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Sind die Leistungen und die Englischkenntnisse gut, kann man manchmal auch eine Auslandsstation in die Ausbildung einbauen. Nicht nur Konzerne, auch Mittelständler haben oft Standorte im Ausland.

Abiturientenausbildung

Die "Sonderausbildung für Abiturienten" ist eine Art Upgrade der klassischen Ausbildung. In die betriebliche Ausbildung wird eine Weiterbildung integriert, mit der die Azubis eine Zusatzqualifikation erhalten. Besonders im kaufmännischen Bereich kommt das Modell häufig vor. Ein Beispiel: In der Ausbildung zum Groß- oder Einzelhandelskaufmann kannst du dich zum sogenannten Handelsfachwirt weiterbilden. Nach drei Jahren erhältst du zwei Abschlüsse. Auf die gleiche Weise können sich auch Bankkaufleute zum Betriebswirt ausbilden lassen oder kaufmännische Auszubildende zum Finanzassistenten oder Eurokaufmann. Du kannst aber auch Gärtner mit der Zusatzqualifikation "Assistent der Betriebsleitung Gartenbau" werden oder Fachinformatiker mit dem zusätzlichen Titel "Fachberater Softwaretechnik". Die Sonderausbildung steht auch Bewerbern mit Fachhochschulreife offen.

Ausbildung an Fachschulen

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2018/19.

Schulische Ausbildungen gibt es vor allem für gesundheitsbezogene, pädagogische sowie gestalterische Berufe, etwa für angehende Krankenpfleger, Ergotherapeuten, medizinisch-technische Assistenten, Physiotherapeuten, Erzieher, Fremdsprachenkorrespondenten oder Mediengestalter. Im Unterricht werden auch praktische Kenntnisse vermittelt. Zum Beispiel üben künftige medizinisch-technische Assistenten in Laborräumen der Schule die Analysemethoden, mit denen sie später im Krankenhaus das Blut von Patienten untersuchen. Die Auszubildenden verbringen jeweils mehrere Wochen oder Monate am Stück in der Schule und anschließend im Praktikum. Manchmal absolvieren sie den schulischen Teil zu- erst und gehen dann für ein Praxisjahr in den Betrieb. Gezahlt wird in vielen Fällen nichts, mitunter kostet die Ausbildung sogar Geld. Du kannst aber einen Antrag auf Ausbildungs-Bafög stellen.

Ausbildung im öffentlichen Dienst

Mit Fachhochschulreife oder Abitur kannst du dich für eine Ausbildung im "gehobenen Dienst" bewerben. Er steht zwischen dem "höheren Dienst", für den man einen Studienabschluss braucht, und dem "mittleren Dienst", für den die mittlere Reife reicht. Die Ausbildung für den gehobenen Dienst ist als duales Studium organisiert. Die Auszubildenden werden in Unternehmen und Behörden praktisch geschult. Dazu zählen städtische Betriebe, Landes- oder Bundesbehörden, aber auch die Deutsche Rentenversicherung. Ausbilder können zum Beispiel die Polizei, die Bundesbank, der Bundesnachrichtendienst, aber auch Bibliotheken sein. Für den gehobenen technischen Dienst, etwa für eine Stelle als Brandoberinspektor bei der Feuerwehr, gelten eigene Regeln. Hier wird, ähnlich wie im höheren Dienst, von den Bewerbern oft ein Studienabschluss erwartet.