Au-pair, Freiwilligendienst, Work and Travel – es gibt viele Möglichkeiten, nach dem Abi erst mal etwas völlig anderes zu machen und dabei neue Erfahrungen zu sammeln.

Freiwilliges Jahr

Beim Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) engagiert man sich in einer gemeinnützigen Einrichtung, zum Beispiel in einem Altenheim, in einer Flüchtlingsunterkunft, auf einem Ökohof oder bei einem Umweltverband. Trotz des Namens gibt es das Freiwillige Jahr auch für kürzere Zeit, die Mindestdauer beträgt sechs Monate. Die Einsatzstelle (also etwa das Altenheim oder der Ökohof) muss von einer Trägerorganisation (zum Beispiel der Diakonie) anerkannt sein. Diese organisiert auch die begleitenden Seminare und vermittelt zwischen den Parteien, falls es Probleme gibt. Beim FSJ gibt es verschiedene Varianten, beispielsweise das FSJ im Politischen Leben/in der Demokratie oder das FSJ Sport. Sowohl ein Freiwilliges Soziales Jahr als auch ein Freiwilliges Ökologisches Jahr kann man auch im Ausland machen.

Träger des FSJ bzw. FÖJ

FSJ-Varianten: Kultur, Denkmalpflege, Politik, Technik, Sport

Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde im Jahr 2011 geschaffen, um den Zivildienst zu ersetzen. Er ähnelt dem FSJ beziehungsweise dem FÖJ, steht im Gegensatz zu diesen Angeboten aber auch Freiwilligen über 27 offen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich in Teilzeit zu engagieren. Freiwillige bekommen ein Taschengeld von bis zu 381 Euro. Ein BFD ist nur in Deutschland möglich.

Überblick, Einsatzstellen und Unterschiede zum FSJ und zum FÖJ

Weltwärts

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2018/19.

Beim Freiwilligendienst "weltwärts" gehen die Teilnehmer ins Ausland und engagieren sich entwicklungspolitisch bei einer lokalen Partnerorganisation für Bildung, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Kultur oder Menschenrechte. Sie helfen zum Beispiel in einer Schule in Jordanien oder in einem Nationalpark in Thailand. Der Dienst dauert mindestens sechs und höchstens 24 Monate. Die Anreise wird bezahlt, die Einsatzstelle organisiert außerdem die Unterkunft und Verpflegung vor Ort. Bewerben können sich Interessierte zwischen 18 und 28 Jahren direkt über die Entsendeorganisationen.

Allgemeine Infos, Erfahrungsberichte und Einsatzplatzbörse

Kulturweit

Bei Kulturweit arbeiten die Freiwilligen in einer Kultureinrichtung oder Bildungsstätte im Ausland. Sie engagieren sich zum Beispiel in Musik- oder Theaterprojekten an einer Schule oder beim Deutschen Akademischen Austauschdienst. Der Aufenthalt dauert entweder sechs oder zwölf Monate. Für Anreise, Wohnung, Verpflegung und Sprachkurs bekommt man Zuschüsse, außerdem gibt es ein Taschengeld. Man kann sich direkt über die Website von Kulturweit bewerben.

Programmüberblick und Erfahrungsberichte

Au-pair

Au-pairs leben bei ihrer Gastfamilie im Ausland, betreuen deren Kinder und übernehmen auch leichtere Aufgaben im Haushalt. Dafür erhalten sie eine Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld. Die Höhe variiert, in Großbritannien bekommt man 80 bis 85 Pfund pro Woche, in den USA können es bis zu 200 Dollar sein. Auch die Arbeitszeiten unterscheiden sich je nach Land. Häufig besuchen die Au-pairs einen Sprachkurs. Au-pair-Agenturen verlangen für die Vermittlung eine Gebühr, die je nach Land zwischen 150 und 1.000 Euro liegen kann. Sie helfen häufig auch, wenn es am Einsatzort Probleme gibt.

Au-pair Society und zertifizierte Agenturen mit Gütesiegel

Summer-Session/Academic-Gap-Year

Wer sich aufs Studieren vorbereiten und außerdem gerne ins Ausland gehen möchte, kann beides mit einer Summer-Session oder einem Academic-Gap-Year verbinden. Vor allem Unis in Großbritannien, den USA und Kanada bieten diese Möglichkeit an. Summer-Sessions dauern meist mehrere Wochen, ein Academic-Gap-Year ein bis zwei Semester. Man belegt unterschiedliche Kurse, von Jura über Psychologie bis zu Natur- und Geisteswissenschaften. Die Studiengebühren für Summer-Sessions betragen etwa 1.000 bis 5.000 Euro, beim Academic-Gap-Year können es 2.000 bis 10.000 Euro für ein Semester sein. Hinzu kommen Anreise und Lebenshaltungskosten. Einige Hochschulen bieten Teilstipendien an. Bewerber brauchen eine Hochschulzugangsberechtigung und müssen Englischkenntnisse nachweisen.

Summer-Sessions und Academic-Gap-Year