Zwei Studenten erzählen, für welche Hochschulform sie sich entschieden haben – und welche Vorteile es hat, dort zu studieren.

Ich möchte forschen

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2018/19.

Ich mag es, den Dingen auf den Grund zu gehen. Das war schon in der Schule so. In Fächern wie Geschichte und Politik blieb nur selten Zeit zu besprechen, woher bestimmte Theorien kommen. Das fand ich schade. Im Studium wollte ich anders lernen, ich wollte mein Wunschfach BWL wirklich von Grund auf verstehen. Das ist mir im Gespräch mit einigen Studenten bewusst geworden, die ich beim Tag der offenen Tür an der Uni getroffen habe. Als Uni-Student habe ich viele Freiheiten, kann zum Beispiel meinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Natürlich bedeutet das auch große Verantwortung: Ich muss mir selbst Praktika suchen und entscheiden, ob ich heute zur Vorlesung gehe oder lieber einen Vortrag besuche, den ein Gastprofessor an unserem Lehrstuhl hält. Aber genau das gefällt mir: Ich studiere, um für mich persönlich etwas zu lernen und mich weiterzuentwickeln, und nicht, um irgendwelche Module in einer bestimmten Zeit abzuhaken. Seit dem dritten Semester habe ich einen Studentenjob am Lehrstuhl für Accounting. Wir testen, wie sich Versuchspersonen in verschiedenen Situationen verhalten, zum Beispiel, ob sie anderen helfen, sie betrügen oder Bonbons klauen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Aufgrund dessen formulieren wir Prognosen, wie Menschen sich in bestimmten Situationen entscheiden. Weil mir die Forschung so viel Spaß macht, möchte ich später promovieren.

Matthias Wesser, 23, studiert BWL an der Universität Düsseldorf.

Bei uns lehren Praktiker

Unsere Professoren haben alle schon in einem anderen Job gearbeitet oder tun es noch. Das finde ich toll, weil man dadurch viel über die Berufspraxis erfährt. Ein Steuerberater hat uns zum Beispiel erklärt, wie Unternehmen Steuern sparen können, und ein Gastdozent hat darüber gesprochen, wie Unternehmen Marketingstrategien für ihre Kunden entwickeln. Auf die Idee, an die Hochschule Mainz zu gehen, hat mich eine Freundin gebracht, die schon länger hier studiert. Sie hat so geschwärmt, dass ich neugierig geworden bin. Inzwischen weiß ich: Das ist auch für mich genau das Richtige. Ich mag die kleinen Gruppen: In meinen Kursen sitzen 30 bis 40 Leute, alle haben in etwa den gleichen Stundenplan. So habe ich schnell Freunde gefunden, mit denen ich meine Pausen verbringe und die ich bei Fragen ansprechen kann. Am Wochenende gehen wir oft zusammen bouldern. Ich finde es gut, dass es hier an der Hochschule ganz klare Strukturen gibt. Zum Beispiel ist genau vorgegeben, in welcher Reihenfolge ich die Kurse besuchen muss. So baut alles systematisch aufeinander auf, und ich kann meine Studienziele gut im Blick behalten. Einige Schwerpunkte kann ich trotzdem selbst setzen, zum Beispiel beim Pflichtpraktikum im sechsten Semester, das auch die Grundlage für die Bachelorarbeit bildet. Ich möchte dafür gern ins Marketing gehen und nach dem Studium vielleicht auch in diesem Bereich arbeiten.

Kim Hütten, 21, studiert BWL an der Hochschule Mainz.